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Aktuelle Ontrack Umfrage zeigt: Zahl der Backup-Verweigerer bleibt hoch!

Eine weltweite Umfrage unter knapp 350 Kunden von Ontrack Datenrettung anlässlich des diesjährigen World Backup Day ergab, dass mehr als ein Drittel aller Befragten überhaupt kein Backup im Einsatz hatten, als sie einen Datenverlust erlitten. Damit bleibt die Anzahl von Backup-Verweigerern weiterhin auf einem hohen Niveau, obwohl in den letzten fünf Jahren deren Anteil leicht zurückgegangen ist. 2013 lag der Anteil der Befragten, die zum Zeitpunkt ihres Datenverlusts keine Backuplösung am Start hatten, bei 37 Prozent, im Jahr 2015 bei 39 Prozent und jetzt im vergangenen Jahr bei 33 Prozent. Dabei gaben die Backup-Verweigerer an, dass der Hauptgrund darin liege das sie keine Zeit hätten nach der passenden Backup-Lösung zu suchen und diese dann auch zu administrieren.

Damit liegen die Verweigerer-Zahlen, die von Ontrack ermittelt wurden, in diesem Jahr nur leicht über denen, die die Organisatoren des World Backup Days 2018 auf ihrer Webseite veröffentlicht haben: Bei ihnen liegt der Anteil der Nutzer, die kein Backup nutzen bei 30 %. Aus diesem Grund wurde bereits vor sieben Jahren – 2011 – der erste World Backup Day begangen. Er soll dazu beitragen, dass die Nutzer an einem festen Tag im Jahr daran erinnert werden, dass Backups wichtig sind und dass sie wenigsten einmal im Jahr ein Backup anfertigen. Allerdings: Ein Backup im Jahr mag vielleicht für einen Privatnutzer ausreichen, für eine Firma aber definitiv nicht!

Hier geht es darum innerhalb kürzester Zeit nach einem Ausfall der Systeme und/oder einem Datenverlust geschäftskritische Daten wieder verfügbar zu machen. Dauert das zu lange, kann es unter Umständen zu solch gravierenden Problemen kommen, dass das Unternehmen in seiner Existenz bedroht ist. Dabei ist klar, das je kürzer die Zeitabstände zwischen dem aktuellen Backup und dem Datenverlust sind, desto weniger Daten sind verloren. Hier die richtige Balance zwischen Speicherbedarf und Kosten und der Aktualität des Backups zu finden, ist ausschlaggebend für den Erfolg im Ernstfall.

Aus diesem Grund führten die meisten befragten Nutzer, die eine Backup-Lösung einsetzen, ein tägliches Backup durch. Weltweit taten das knapp 58 Prozent aller Befragten Backup-User. Ein wöchentliches Backup erstellten knapp 20 Prozent aller Nutzer und nur knapp 12 Prozent erstellte ein monatliches Backup. Verschwindend geringe 3 Prozent erstellten dagegen nur einmal im Jahr ein Backup.

Bei der Art des Backups ist dabei eine Komplett-/Vollsicherung der Favorit der Anwender: 42 Prozent der weltweiten User nutzen diese Backup-Variante, gefolgt von der inkrementellen Sicherung mit 25 Prozent und des differenziellen Backups mit rund 15 Prozent. Speicherabbild (Snapshot) Backups dagegen wurde nur zu rund 7 Prozent von den Befragten eingesetzt.

Trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen erlitten viele der Befragten einen schweren Datenverlust: Von den Befragten, die 2017 einen Datenverlust erlitten haben, konnten nur 43 Prozent 75 bis 100 Prozent ihrer Daten aus ihrem Backup wiederherstellen. Elf Prozent konnten nur 40 bis 75 Prozent ihrer Daten wiederherstellen. Die übrigen Befragten verloren entweder die meisten ihrer Daten oder gar die gesamten Daten. Im Jahr 2016 konnten 66 Prozent von Dreiviertel bis zu all ihren Daten wiederherstellen, während wiederum 11 Prozent nur 40 bis 75 Prozent der Daten wiederherstellen konnten.

Eine große Frage bleibt: Warum haben so viele Umfrageteilnehmer einen Datenverlust erlebt, obwohl sie über eine Backup-Lösung verfügen? Die simple Antwort darauf ist, dass sie nicht oft genug testen oder prüfen, ob ihr Backup auch ordnungsgemäß funktioniert!

Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage zeigen, dass nur 27 Prozent der Befragten ihr Backup wöchentlich und 32 Prozent nur einmal pro Monat testen. Die verbleibenden Befragten testen ihr Backup entweder nur einmal im Jahr oder niemals. Im Jahr 2016 testeten nur 24 Prozent der Befragten ihr Backup einmal pro Woche, 34 Prozent mindestens einmal im Monat, 13 Prozent machen nur einmal im Jahr einen Backup-Check und fast 24 Prozent tun es gar nicht.

Fazit: Es reicht also nicht aus nur einmal die Backuplösung einzurichten und sich dann darauf zu verlassen, dass diese auch hundertprozentig läuft. Man muss im Gegenteil ständig die Funktionsfähigkeit der Backups und der Backuplösung überprüfen, Fehlerquellen erkennen und diese beheben. Die Backuplösungen müssen dabei auch dahingehend überprüft werden, dass sie zum festgelegten Zeitpunkt ausgeführt werden. Dabei reicht es auch nicht, die Backups an sich zu überprüfen, sondern gerade auch die darin enthaltenen Daten. Diese müssen vollständig und intakt sein, damit sie später auch sinnvoll genutzt werden können. Wichtig ist darüber hinaus auch, dass ein Backup-Zeitplan erstellt wird, der möglichst alle relevanten Geräte und Medien abdeckt.

Überhaupt kein Backup zu erstellen, ist dagegen einfach nur grob fahrlässig. Als Privatperson mag das vielleicht noch gehen, aber als Unternehmen geht das überhaupt nicht.

Bildnachweis: Kroll Ontrack