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Apple macOS High Sierra und APFS – was können wir erwarten?

Apple macOS High Sierra und APFS

Da das Apple-Unternehmen in den letzten Jahrzehnten ein Universum verschiedener Hardware-Produkte wie iPhones und iPads, Apple TV Geräte und eine Vielzahl an Computern von Laptops über Desktop-PCs bis zu Apple Servern gebaut hat, entwickelte es auch verschiedene Betriebssysteme für jede dieser Produktgattungen: watchOS für intelligente Geräte, iOS für iPhones und Tablets, tvOS für die TV-Box und schließlich MacOS für seine Computer. Das in diesen Betriebssystemen verwendete Dateisystem beruht jedoch weiterhin auf dem seit 30 Jahren bestehenden Hierarchical File System Plus (HFS +) und seinem Vorgänger HFS (1985-1998), das auf den ersten Macintosh-Computern lief.

Sowohl HFS als auch HFS + versuchen dabei, immer den größten freien Speicherplatzblock auf der Festplatte zu finden, um eine Datei zu speichern. Nur wenn im Inneren des größten Datenspeicherblocks nicht genügend freier Speicherplatz vorhanden ist, wird die Datei in Teile zerlegt. Der verbleibende Teil, der nicht in den ersten Block passt, wird in einem zweiten gespeichert. Wenn Änderungen an einem Dokument vorgenommen werden, wird diese in einer neuen Datei gespeichert, die alte Version wird danach gelöscht und der Dateiname wird auf die neue Datei übertragen. Mit dem Erscheinen von Mac OSX im Jahr 2002 versucht das Betriebssystem, wenn möglich, die Wiederherstellung von Speicherblöcken zu vermeiden, die nach dem Löschen der Daten wieder freigegeben werden, um Datenverlust durch Überschreiben von Originaldaten zu verhindern.

Obwohl Apple in den vergangenen Jahren viele neue Betriebssysteme veröffentlicht hat, fehlen diesen viele Zutaten für den modernen Einsatz. Deshalb hat Apple beschlossen, ein neues Betriebssystem für seine Produkte zu entwickeln. Es heißt High Sierra und ist bereits als iOS 10.3 für Smartphones und Tablets erhältlich. Eine neue MacOS High Sierra Version wird später in diesem Jahr folgen und es gibt eine bereits verfügbare Entwicklervorschau, aber ein endgültiges und genaues Release-Datum für den Herbst dieses Jahres wurde bisher von Apple noch nicht bekanntgegeben.

HFS und HFS + gehen in Rente

Mit diesem neuen Betriebssystem wird HFS + nicht ganz verschwinden, aber seine Zeit ist vorbei. Während es noch möglich ist, HFS + in High Sierra zu verwenden, basiert das neue Betriebssystem auf Apples neuem Dateisystem APFS oder Apple File System. Die Arbeiten an APFS hatten bereits 2014 begonnen. Die Entwickler nutzten dabei nicht vorhandenen Code, es wurde von Grund auf neu erstellt. Dies war notwendig, weil HFS und HFS + nicht dazu gedacht waren, unter modernen Medien wie SSDs verwendet zu werden.

Cross-Plattform, Leistung und Sicherheit

Das Apple File System ist plattformübergreifend – es kann alle Apple Plattformen wie iOS, macOS, watchOS und tvOS verarbeiten. HFS und seine Nachfolger wurden entworfen, um Festplatten (mit einer kleineren Kapazität als heute) zu bearbeiten, während APFS für Flash und SSD optimiert ist. Deshalb wird die Zeit des Ladens von Dateien und des Startens von Anwendungen stark beschleunigt. APFS stellt auch die Möglichkeit der sofortigen Dateiübertragung vor. Zusätzlich wurde Fast Directory Sizing in APFS verwendet, um die Berechnung des Speicherplatzes zu beschleunigen, der von Anwendungen belegt wird. Das neue Dateisystem ermöglicht es Ihnen somit Dateien präzise zu speichern und zu unterscheiden.

Starke Verschlüsselung

Ein wichtiges neues Feature ist die neue Festplattenverschlüsselungstechnologie. APFS verschlüsselt dabei jede einzelne Dateien separat, um die Metadaten der wichtigsten Dateien mit speziellen Schlüsseln zu schützen. Dies beschleunigt den Prozess der Verschlüsselung und Entschlüsselung der Festplatte und wirkt sich auch positiv auf die Datensicherheit aus.

Datenverlust bei APFS

Aufgrund der Tatsache, dass APFS auf dem Konzept von Copy-on-write basiert, ist der Datenverlust durch überschriebene Daten nicht mehr sehr wahrscheinlich. Mit Copy-on-Write werden Datenblöcke nicht sofort überschrieben, sondern vollständig in einen anderen freien Speicherplatz kopiert. Danach werden die Links, die auf den Block zeigen, in den Metadaten aktualisiert, wenn Änderungen vorgenommen werden. Auf diese Weise werden die Originaldaten erst danach gelöscht. Da das Dateisystem blockbasiert ist, bleiben Datenblöcke, die nicht geändert werden, im ursprünglichen Zustand.

MacOS High Sierra kommt schon im Herbst

MacOS High Sierra (Version 10.13) ist der Nachfolger von macOS Sierra (Version 10.12). Die erste Änderung ist das neue Dateisystem – APFS, das HFS + ersetzen wird. Das neue System erhält HEVC, einen neuen Videostandard, der bis zu 40% Kompression über den aktuellen Standard ermöglicht. HEVC glättet 4K-Video-Streams und Bilder benötigen weniger Speicherplatz, ohne dabei die Qualität zu beeinträchtigen. Das neue System wird auch die Metal 2-Technologie erhalten, die virtuelle Realität und maschinelles Lernen bietet. Dank dieser Neuerungen werden Anwendungen in der Lage sein, die volle Grafikleistung zu nutzen und hervorragende visuelle Effekte zu bieten.

Die Entwickler versprechen, dass Safari noch schneller und energieeffizienter sein wird – bis zu 80% werden versprochen. In der neuen Version werden Änderungen nicht von der Email-Anwendung beeinträchtigt, die Suche nach der Mail-Bibliothek wird in Mail.app schneller und die Nachrichten werden besser komprimiert. Eine Verbesserte Foto App wird die Art und Weise ändern, wie Sie Ihre Fotos durchsuchen, organisieren und bearbeiten. Außerdem stellt Mac OS High Sierra neue Fotobearbeitungswerkzeuge zur Verfügung.

MacOS High Sierra scheint sehr vielversprechend. Die neue Version des Systems bringt nicht nur kosmetische Änderungen, sondern sie wird vor allem die Arbeit mit dem neuen Dateisystem verbessern. Seine Schöpfer versprechen vor allem höhere Leistung, Geschwindigkeit und Stabilität. Wir werden im Herbst sehen, wie viele dieser Versprechen wahr sind.

Bildnachweis: www.pixabay.com/ CC0 Creative Commons Lizenz