Go to Top

Atomarer Datenspeicher

Atomarer Speicher

Forscher der Technischen Universität Delft haben einen neuen Rekord aufgestellt: rechnerisch können sie 502 Terabits auf einem Quadratzoll speichern.

Die Wissenschaftler verdampften im Vakuum über einer extrem glatten Kupfer­oberfläche etwas Kupfer­chlorid, worauf sich tausende Chlor­atome auf der Oberfläche ablagerten, die sich mit leeren Stellen (Vakanzen) abwechselten. Zum beschreiben des „Speichermediums“ müssen nur Chloratome in benachbarte Lücken geschoben werden – so kann man zwischen „0“ und „1“ umschalten, was einer Speicherfähigkeit von einem Bit entspricht.

Als Schieber diente den Forschern die Spitze eines Rastertunnel­mikroskops. Mit Hilfe einse winzigen Stroms von etwa einem Mikroampere gelang es Ihnen, die Chloratome mit 99 % Zuverlässigkeit in die gewünschte Lücke zu bugsieren. Mit Hilfe eines solchen atomaren Datenspeichers würden „…alle jemals geschriebenen Bücher auf eine einzige Briefmarke passen“, sagt Sander Otte, der Leiter der Arbeitsgruppe. Die Datendichte ist gut 500mal höher als bei konventionellen Datenspeichern. Allerdings dauert das Verfahren momentan noch ein wenig Zeit: Zwei Minuten brauchten die Forscher, um acht Byte zu schreiben (das Auslesen geht doppelt so schnell).

Auch die Datenbeständigkeit ist noch nicht ausgereift: Mit flüssigem Stickstoff auf etwa 77 Kelvin heruntergekühlt behielten die Chlor­atome knapp zwei Tage ihre Position. Bis aus dem Verfahren ein verlässlicher Speicher entstehen kann (und ob überhaupt) kann nicht gesagt werden. Immerhin legt die Datendichte die Messlatte für andere Speicherverfahren ziemlich hoch.

Ein Video über das Verfahren finden Sie bei Youtube.

Bildquelle: Screenshot Universität Delft / Youtube