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Auch verschlüsselte Daten können gerettet werden

Verschlüsselung

Immer wieder liest man, dass eine Datenrettung bei verschlüsselten Daten nicht möglich sei. Das stimmt so aber nicht ganz. Wahrscheinlich wurde von den Autoren dieser Texte eine Meldung falsch verstanden, die besagt, dass für Datenretter verschlüsselte Daten eine Herausforderung sind, denn sie können unter bestimmten Umständen nicht wiederhergestellt werden. Tatsächlich ist es so, dass nicht die Verschlüsselung zum Problem werden kann, sondern der digitale Schlüssel.

Es wäre falsch und geradezu fahrlässig, auf die Verschlüsselung vor allem von sensiblen Daten zu verzichten, nur weil jemandem eine reißerische Schlagzeile ins Auge sprang. Im Gegenteil, eine starke Verschlüsselung ist immer noch der beste Schutz vor Datendiebstahl. Personenbezogene Daten müssen sogar verschlüsselt werden. Sicherheitsforscher raten ausdrücklich zu einer hardwarebasierten Verschlüsselungstechnik.

Probleme bei der Datenrettung verschlüsselter Daten treten dann auf, wenn der digitale Schlüssel nicht mehr greifbar ist. Ohne den Schlüssel verhindert die Verschlüsselung den Zugriff auf die Daten – und so soll es ja auch sein. Es gilt daher dafür zu sorgen, dass berechtigte Personen (und dazu gehören im Schadensfall auch die Datenretter) auf den Schlüssel und damit auf die Daten zugreifen können. Nach der Datenrettung sollten die digitalen Schlüssel geändert werden.

Unser Rat an die Medien: Es wäre besser, auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, die auftreten, wenn das Schlüsselmanagement nicht funktioniert. Die digitalen Schlüssel müssen nur sicher aufbewahrt werden und der Aufbewahrungsort muss den Berechtigten bekannt sein. Dass der Schlüssel nicht zusammen mit den verschlüsselten Daten gelagert werden darf, sollte klar sein.

Fazit: Wenn der digitale Schlüssel verfügbar ist, ist in der Regel eine Datenrettung möglich.

Bildquelle: x3n86 / flickr – Lizenz: CC2