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Auf Zuruf

iPhone-Nutzer kennen sie schon länger: die Sprachsteuerung. Siri hört aufs Wort und hilft in vielen Lebenslagen. Googles Antwort war Google Now, jetzt kommt Amazons smarte Lautsprecher-Mikrophon-Kombination „Echo“ auf den Markt – und die soll in unseren Wohnzimmern stehen und uns zuhören.

Via Echo können Sie in Zukunft auf Zuruf Musik hören, Lampen und Thermostate steuern, Nachrichten und Fahrpläne der DB abfragen. Das Gerät wird mit dem Wort „Alexa“ aus seinem horchenden Dämmerschlaf geweckt und reagiert dann auf Fragen und Befehle. Die Anfragen gehen (wie bei Apple und Google) via Internet an einen Server und werden dort bearbeitet, die Antwort kommt ebenfalls durchs Netz.

Was aber passiert mit den aufgenommenen Daten? Und was ist, wenn „Echo“ (oder „Siri“, „Cortana“ oder wie sie alle heißen mögen) uns zuhören, obwohl das Gesagte gar nicht für einen der Großkonzerne bestimmt ist? Generell werden diese Audiodaten gespeichert, sei es, um sie auszuwerten und „passendere“ Werbung auszuliefern oder um „die persönliche Nutzererfahrung zu verbessern“, sei es zur Qualitätskontrolle wie bei Apple – hier allerdings in anonymisierter Form, Privatsphäre wird bei dem kalifornischen Unternehmen großgeschrieben.

Gewollte und ungewollte Aufnahmen von Android-Smartphones kann sich der Einzelne unter myactivity.google.com anhören. Auch bei Amazon kann man seine eigenen „Echo“-Aufnahmen mit Hilfe der Alexa-App anhören. Was wirklich mit den gespeicherten Aufnahmen passiert und wie die Daten verarbeitet werden behält sowohl Amazon als auch Google für sich.

Es bleibt natürlich jedem selbst überlassen, ob er seine Daten großen Konzernen zur Verfügung stellt – schließlich bekommt er ja auch etwas dafür. Etwas mehr Transparenz, wie und wofür die – manchmal doch sehr persönlichen – Daten benutzt werden, wäre allerdings wünschenswert.

Bildquelle: bikst / pixabay