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Backup und Recovery – wie funktioniert das?

Systemausfall und Datenverlust sind der Albtraum aller IT-Administratoren. Alles steht still, nur die Kosten laufen weiter. Jede Minute Ausfallzeit wichtiger IT-Komponenten kostet durchschnittlich mehr als 100.000 Euro pro Stunde. Dabei hat Datenverlust verschiedene Ursachen, ganz ausgeschlossen werden kann eine solche Situation nicht.

Unternehmen und Behörden mit unzureichenden Disaster-Recovery-Maßnahmen erleben mehr als 3 Mal pro Jahr ein „Desaster“, so eine Studie von Aberdeen Research aus dem Jahr 2011. Diese knapp 30 Stunden Ausfallzeit kosteten fast 3 Millonen US-Dollar. Betriebe mit optimierten Vorsorgemaßnahmen verzeichneten knapp einen Vorfall pro Jahr, die Ausfallzeiten betrugen hier 72 Minuten. Mit einem guten Backup-Management lassen sich die Kosten also drastisch reduzieren.

Regeln für gutes Backup
Nicht an der Hardware sparen! Festplatten vom Billiganbieter können gut sein, Speichermedien der Enterprise-Kategorie sind es auf jeden Fall. Die Lebensdauer bei Profi-Material ist größer, Sektorenfehler sind seltener.
Es zeigt sich immer wieder, dass das Anlegen zweier separater Partitionen für Produktions- und Anwendungsdaten empfehlenswert ist. Eine Vermischung beider Datenarten erschwert eine schnelle Recovery-Strategie.
Ein gutes Unternehmens-Backup sollte möglichst kontinuierlich Daten sichern. Systemdatenträger sollten drei bis fünf Mal pro Tag gesichert werden. Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, sollte automatisch im 15-Minuten-Takt einen Snapshot erstellen lassen.

Eine vernünftige Benennung der Backups ist sinnvoll. Mit zu langen Dateinamen (über 259 Zeichen) kann Windows nichts anfangen. Zur Erinnerung: zum Namen gehört der gesamte Pfad.
Backup-Images sollten so klein wie möglich sein, damit der Bedarf an Speicherplatz nicht ins Unermessliche wächst. Daher sollte auch nicht jedes Mal ein vollständiges Backup gesichert werden. Eine inkrementelle oder differentielle Sicherung ist eher angemessen, denn dabei werden nur die neuen oder veränderten Daten gespeichert.

Unterschiedliche Recovery-Möglichkeiten
Wenn der Ernstfall eintritt, sollte möglichst schnell ein Backup eingespielt werden. Dabei unterscheidet man Hardware-unabhängiges Restore, Einsatz eines Standby-Servers oder das Booten vom Backup-Image in einer virtualisierten Umgebung.

Die Hardware-unabhängige Wiederherstellung von Daten ist extrem flexibel und ermöglicht den Einsatz auf einer anderen Hardware-Plattform als der Ursprünglichen. Wichtig dabei ist die Verfügbarkeit der richtigen Treiber.
Sollen die Ausfallzeiten möglichst kurz gehalten werden empfiehlt es sich, einen Standby-Server zu nutzen. Der Produktionsserver erstellt in regelmäßigen Abständen inkrementelle Backups, die in eine VM (Virtual Machine) überspielt werden. Fällt der Produktionsserver aus, lässt sich solch ein Image in relativ kurzer Zeit wieder einspielen.

Für besonders schnelle Datenwiederherstellung ist mit einer virtualisierten Umgebung gesorgt. Durch VirtualBoot ist es möglich, Backup-Dateien temporär in einem virtualisierten Zustand wiederherzustellen. Der ausgefallene Server kann innerhalb von wenigen Minuten als virtuelle Maschine gestartet werden und arbeiten, während der physische Server neu eingerichtet wird.

Backup-Images verwalten
Ein wichtiger Teil einer professionellen Disaster Recovery Strategie ist die Software-Komponente, mit der sich Backup-Images verwalten und kopieren lassen. Es ist vernünftig, ein Backup nicht nur auf lokalen Speichermedien sondern auch an entfernten Standorten oder in einer Cloud zu speichern. Außerdem sollte die Software die Möglichkeit bieten, Backup-Dateien auf ihre Integrität zu überprüfen.

Sie sehen, Backup und Disaster Recovery bringen – wenn gut geplant – kein Probleme mit sich. Optimale Sicherheit und hohe Verfügbarkeit der Daten lassen sich vereinbaren, Cloud-Lösungen bieten eine zusätzliche Sicherungsmöglichkeit. Wichtig ist aber die häufig vernachlässigte Überprüfung der Sicherungen. Denn nur lesbare Backups sind im Falle des Falles eine echte Hilfe.

Lesen Sie dazu auch unsere Presse-Meldung zur Backup-Umfrage