Go to Top

Was bedeutet De-anonymization?

De-Anonymisierung ist eine Data-Mining-Strategie, bei der anonyme Daten mit anderen Datenquellen verknüpft werden, um die Identität der Quelle zu entschlüsseln. Dazu benötigt man nicht einmal eine Unmenge an Informationen. Ein Mobilfunkanbieters, der pro Kunde im Schnitt 114 Datenpunkte speichert, an denen sich das Smartphone täglich mit einer Funkzelle verbindet, hat die Daten von 15 Monaten Forschern zur Verfügung gestellt. Diese entwickelten eine mathematische Formel, durch die sich mit nur vier zufälligen Datenpunkten mit 95-prozentiger Genauigkeit erkennen lässt, um welchen Kunden es sich handelt.

Auch an öffentlich zugänglichen Daten über Erbkrankheiten versuchten sich die Akademiker – mit Erfolg. Es gelang ihnen, aus anonymen Daten 50 reale Personen zu identifizieren. Ähnliches klappt mit Bildern aus sozialen Netzwerken. Die meisten Menschen wissen nicht, dass in Bildern des JPG-Formats EXIF-Daten gespeichert sind, die je nach Aufnahmegerät und Einstellung mehr oder weniger viele Informationen abspeichern wie die Seriennummer des Gerätes oder die GPS-Lokalisierung. So lassen sich auch hiermit Datenspuren rekonstruieren. Die Deanonymisierung ist also eine probate Möglichkeit, aus anonymen und frei zugänglichen Daten Profile von realen Menschen zu extrahieren – Big Brother is watchin´ you!