Go to Top

Big Data vs. Smart Data

Big Data Smart Data

Laut den Analysten der International Data Corporation (USA) soll die Datenmenge weltweit bis im Jahr 2020 auf 40 Zettabyte wachsen (eine 4 mit 22 Nullen hintendran). Auf jeden existierenden Menschen kämen etwa sechs Terabyte Daten, umgerechnet etwa drei Millionen Taschenbücher. Da müssen echte Schätze dabei sein – glauben die Experten.

Big Data ist hier wörtlich zu verstehen. Eine riesige Menge an unstrukturierten – sprich: nicht einfach miteinander in Verbindung zu setzenden – Daten wie Texte und Bilder, Videos, pdfs und Exelsheets als auch eine Menge an weniger oder kaum bekannten Dateiformen. Und nicht nur Menschen erzeugen Daten. Auch Industrieanlagen mit ihren Robotern, smarte Gebäude, Energiesysteme und Krankenhäuser – überall werden Daten erzeugt, die in unserer Big-Data-Zeit häufig nicht vernünftig ausgewertet oder zueinander in Beziehung gesetzt werden können.

Um große Datenmengen auszuwerten, muss man Verständnis für die Daten aufbringen. Nur wer weiß, wie Anlagen und funktionieren, und wie man sensorisch und messtechnisch an wichtige Daten herankommt, kann „Big Data“ in „Smart Data“ umwandeln. In Flugzeugtriebwerken beispielsweise messen Sensoren Temperaturen und Druck, Strömungsverläufe und Gaszusammensetzungen. Pro Flug ergibt das Millionen von Daten, die von Ingenieuren mit technischem Know-how über die Funktionsweise des Triebwerks analysiert werden können. Als Ergebnis der Analyse können dem Triebwerkshersteller wertvolle Hinweise gegeben werden, wie er die Motoren effizienter (und damit kraftstoffsparender) einstellen und die Schadstoffemissionen senken kann.

Wer weiß, wie eine Gasturbine, das Stromnetz oder die städtische Ampelsteuerung funktionieren und die passenden Algorithmen zur Auswertung der anfallenden Daten entwickelt, kann seinen Kunden echten Mehrwert bieten. Kostensenkung, Prozessbeschleunigung, Energieeinsparung… die Liste ließe sich lange fortsetzen. Mit Big Data kann man die Frage „Was geschieht gerade in der Anlage?“ beantworten, mit Smart Data werden Fragen wie „Warum geschieht das gerade?“ und „Was geschieht später?“ beantwortbar.

Eine Beispielsanwendung: Ferndiagnose in Echtzeit mit vorausschauender Wartung. Eine andere: aus Daten der Steuerung von Gebäuden können Maßnahmen zur Strom- und Heizkostenersparnis abgeleitet werden.

Wer sich mit Smart Data auskennt, wird sich viele neue Geschäftsfelder erschließen können.

Bildquelle: John S. Quarterman / flickr – Lizenz: CC2