Go to Top

Bitcoin – das Gold des Internet

Daten als Geld

Sie werden geschürft und an der Börse gehandelt – die digitalen Bitcoin, die Währung des Internet. Aber ist das digitale Geld wirklich eine Währung?

Die Geschichte der Währungen zeigt ihre Wandlung. Am Anfang stand der Tauschhandel: Fünf Hühner gegen ein Schwein, ein selbst gezimmerter Tisch gegen eine selbst aufgezogene Kuh – so wurde vor 10 000 Jahren Handel getrieben. Für größere Transaktionen ist der Tauschhandel allerdings nicht geeignet. Daher wurden Warengelder wie Gemüse und Getreide eingeführt  – die konnten allerdings verderben, was ebenfalls nicht optimal war. Muscheln waren unverderblich, daher wurden sie in China als Währung gut 1000 Jahre vor Christus benutzt, 500 Jahre später kamen Gold- und Silbermünzen in Gebrauch – das erste Geld war entstanden.

Um 800 nach Christus brachte China das erste Papiergeld heraus. Die große Neuheit: der Wert des Geldes basierte auf dem Vertrauen der Nutzer, dass mit den Geldscheinen auch wirklich entsprechend wertvolle Waren erstanden werden können. Sinkt das Vertrauen in den Wert verfällt die Währung, es kommt zur Inflation, im Extremfall zur Hyperinflation – wie in Deutschland im Jahr 1923. Damals konnte ein Glas Bier bei der Bestellung 6000 Mark kosten, bei der Bezahlung aber schon 8000.

Heute werden Währungen durch Banken verwaltet, die dafür Sorge tragen, dass weder Inflation noch Deflation extrem werden und so das Vertrauen in die Währung bestehen bleibt.

Und genau diese Bankverwaltung störte Satoshi Nakamoto, den Erfinder von Bitcoin (dessen echter Name bis heute nicht bekannt ist), als er im Januar 2009 50 Einheiten seiner Kypto-Währung erschuf. Bitcoin, wie er das digitale Geld nannte, wird seither dezentral von vielen Stellen im Netz verwaltet. Die sogenannten „Miner“ verwalten die Transaktionen und erhalten als Lohn (neue) Bitcoin.

Die ersten Bitcoin waren wertlos – niemand kannte sie, niemand konnte etwas damit anfangen. Das ist heute anders. Menschen glauben an den Wert des digitalen Geldes, der Kurs an den Bitcoin-Börsen steigt und fällt – genau wie bei „richtigem“ Geld. Interessant ist, dass nach der Brexit-Abstimmung Pfund und Euro an Wert verloren, Gold und Bitcoin dagegen im Wert stiegen. Es gibt heute genügend Menschen, die an den Wert des digitalen Geldes glauben und dieses Vertrauen macht aus digitalen Einsern und Nullen eine gültige Währung.

Was kann man nun anfangen mit der virtuellen Währung? Der erste Kauf in der realen Welt, der mit Bitcoin getätigt wurde war – so wird angenommen – eine Pizza. Es war noch etwas umständlich:, Der Programmierer Laszlo Hanyecz aus Florida schickte 10.000 Bitcoin an einen Engländer, der 19 Euro ausgab und Hanyecz bei einem Lieferdienst eine Pizza bestellte.

Heute ist die Bezahlung mit Bitcoin einfacher. In vielen Geschäften und Hotels (auch in Deutschland) wird die digitale Währung angenommen, Autos und Häuser werden mit Bitcoin gekauft, auch etliche Reiseveranstalter akzeptieren das digitale Geld. Kürzlich gab der Stadtrat der schweizerische Stad Zug bekannt, dass ab dem 1. Juli 2016 Transaktionen bis 200 Franken auch mit Bitcoin abgewickelt werden könnten. Wer Urlaub ohne Bargeld nur mit Bitcoin machen will, ist in Taiwan gut aufgehoben: Mehr als 3000 Geschäfte bieten rund um die Uhr Waren und Dienstleistungen an, auch der Tausch von Bitcoin in die Landeswährung ist hier möglich.

Bis das digitale Geld von der großen Mehrheit akzeptiert wird, wird es aber noch eine Zeitlang dauern. Möglicherweise würde die Einführung einer kleineren Einheit helfen: ein Millibit (tausendstel Bitcoin) würde heute etwa 60 Cent entsprechen, womit einfacher zu rechnen wäre als mit 0,001 Bitcoin.

Bildquelle: FlashBuddy / pixabay