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Bitcoin – kommt die elektronische Währung?

Bitcoin

Über Bitcoin war in den letzten Wochen viel zu lesen, werden sie doch von erpresserischen Schadprogrammen (Ransomware) als Lösegeld für die „entführten“ Daten gefordert. Was hat es aber mit diesem rein digitalen Zahlungsmittel auf sich, dessen Schöpfer sich bis heute nicht zu erkennen gegeben hat?

Wikipedia erklärt: „Bitcoin besteht im Kern aus einem Zahlungssystem und einer Geldeinheit, welche dezentral in einem Rechnernetz mit Hilfe eigener Software verwaltet bzw. geschöpft wird.“ Kurz gesagt werden Bitcoin errechnet (in der Fachsprache: geschürft). Der Rechenprozess dabei ist aber so aufwendig, dass ein Normaluser mit seinem Rechner keine Chance hat, die „Rechenaufgabe“ innerhalb der vorgegebenen Zeit zu lösen.

Geschaffen wurde Bitcoin, um von der Geldpolitik der Banken unabhängig zu werden. Inzwischen kann man mit der digitalen Währung in ausgesuchten Shops einkaufen, in einigen Gaststätten Pizza essen – oder im Darknet illegale Transaktionen durchführen, ohne dass Sender oder Empfänger ermittelt werden können. Und die Schweizer Stadt Zug hat kürzlich bekannt gegeben, dass bei ihren Behörden mit Bitcoin bezahlt werden kann – es ist weltweit der erste Fall, dass eine Behörde diese Zahlungsart akzeptiert.

Der Kurs der Internetwährung beruht auf dem Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage. Der Anstieg von 13 $ auf über 1000 $ innerhalb weniger Monate spricht Bände. Allerdings auch ein Kurseinbruch auf 150 $ nach dem Diebstahl von zigtausenden Bitcoin musste verzeichnet werden. Momentan liegt der Kurs bei etwa 400 €.

Dass Bitcoin Verlangen erzeugen kann belegt der Fall zweier Polizisten, die an der Ermittlung im Fall des ehemaligen Internet-Schwarzmarkts Silk Road beteiligt waren (auf Silk Road wurde im großen Stil mit Drogen und Waffen gehandelt – Währung: Bitcoin). Die Ermittler konnten es nicht lassen und haben sich an den Bitcoin bedient – was kein Problem war, besteht die Währung doch aus nicht als Bits und Bytes, aus Daten, die sich bequem auf einem USB-Stick transportieren lassen.

Unter der Rubrik „Dumm gelaufen“ muss sich der Fall eines Bitcoin-Schürfers einordnen lassen. Er hatte in der Anfangszeit Bitcoin geschürft (was damals noch mit einem handelsüblichen Notebook möglich war) und die gut tausend Stück schlicht vergessen. Als er nach Jahren den Rechner entsorgt hatte, fiel ihm ein, dass sich auf der Festplatte immense Werte befanden. Allerdings war das Gerät schon auf einer Müllkippe gelandet, die Suche danach blieb erfolglos.

Ob sich diese (oder eine andere) elektronische Währung durchsetzt, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass beispielsweise die Zentralbanken nicht glücklich darüber wären. Heute wird die Weltwirtschaft (mit) durch das Erhöhen oder Senken der Zinsen gesteuert – Bitcoin dagegen ist völlig unabhängig von Banken. Bisher ist das Handelsvolumen von Bitcoin und Co. im weltweiten Zahlungsverkehr aber noch kaum der Rede wert.

Bildquelle: MasterTux / pixabay