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Bitte nicht in Google

Recht auf Vergessenwerden

Der Europäische Gerichtshof entschied im Mai 2014, dass für europäische Nutzer das “Recht auf Vergessenwerden” gelten muss. Seitdem kann man Google und andere Suchmaschinen auffordern, Links für bestimmte Regionen (beispielsweise im deutschen Google-Suchergebnis) aus dem Index zu löschen – sofern die Suchergebnisse auf Websites linken, die falsche Tatsachen enthalten oder in die Privatsphäre des Betroffenen eingreifen. Die Anträge werden manuell geprüft, dann wird entschieden, ob die Links aus dem Suchindex entfernt werden. Bislang hat Google nur die Anzahl der Links genannt, die aus dem Suchindex entfernt werden sollten. Versehentlich veröffentlichte Informationen brachten nun weitere Informationen.

Von Mai 2014 bis zum März 2015 wurden rund 280.000 Anträge (für mehr als eine Million Links) eingereicht. Knapp 20 % davon kamen aus Deutschland. Interessant ist, dass 96 Prozent aller deutschen Anträge in die Kategorie “Privat/Persönlich fallen, die restlichen vier Prozent teilen sich auf in “schweres Verbrechen”, “öffentliche Person”, “politisch” und “Jugendschutz”.

Knapp die Hälfte der Löschanfragen über “private oder persönliche Informationen” wurde von Google gelöscht, bei rund zwei Drittel der Löschanfragen in den Kategorien “politisch”, “Persönlichkeit des öffentlichen Lebens” und “schwere Verbrechen” lehnt Google ab.

Interessant (wenn auch nur am Rande): In Italien ist die Zahl der Anträge in der Kategorie “schweres Verbrechen” mit knapp 12 Prozent überdurchschnittlich hoch, in Rumänien die in der Kategorie “Politik” (sieben Prozent) und in Ungarn wollten viele Prominente Informationen über sich löschen lassen (acht Prozent).

Bildquelle: Simon / pixabay