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Blitzschlaggefahr

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es in größeren IT-Firmen immer wieder Gewitterwarnungen, was nichts anderes bedeutete, als dass die PCs heruntergefahren und die Stecker aus der Dose gezogen werden mussten. Das war nicht unvernünftig, denn durch Blitzschläge kommt es häufig zu Überspannungen im Strom- und Telefonnetz.

Haushaltsstromkreise sind auf 10 bis 16 Ampere ausgelegt, bei Blitzschlägen können aber in weniger als einer Tausendstelsekunde riesige Spannungen auftreten und ein Strom von 20 000 oder gar 200 000 Ampere fließen – da kann durchaus ein Drähtchen schmelzen. Einfaches Ausschalten von PC und Fernseher, Telefonanlage oder Router genügt dabei nicht, solch ein starker Strom nimmt auch gerne einen Umweg in Kauf.

Ein Blitz muss nicht unbedingt die Stromleitung treffen, auch eine Telefonleitung ist ein gern benutzter Leiter. Wer eine Telefonanlage mit Festnetzanschluss hat, sollte diese möglichst vom Telekom-Anschluss trennen, bis sich das Gewitter verzogen hat. Auch die Kabel, die den Fernseher oder PC mit TV-Programmen versorgen, können im schlechtesten Fall eine Menge an Energie in ein Gerät leiten – besonders, wenn sie an einer Außenantenne hängen. Daher sollte man die ebenfalls ausstecken – selbst wenn die Hausratsversicherung eventuelle Schäden übernehmen würde.

Schutz für elektrische Geräte bieten gesicherte Steckerleisten oder Zwischenstecker mit Sicherung in der Stromleitung, sogenannte Blitzschutzleisten oder Blitzschutzstecker. Wenn auch Haus und Stromverteiler mit Überspannungsableitern versehen sind, halten bessere (sprich teurere) Schutzleisten so gut wie alle Probleme fern. Solange es nicht zu einem direkten Blitzeinschlag kommt, denn dagegen helfen nur sehr teure Maßnahmen – und nicht einmal die können alles abfangen.

Aber auch indirekt kann´s unangenehm werden: Wenn ein Blitz zum Beispiel in den Blitzableiter des Hauses einschlägt, erzeugt der dann abfließende Strom ein elektrisches Feld, das in der Nähe liegende elektrische Leiter mittels Induktionsspannung ebenfalls unter Strom setzt. Die dabei entstehenden Feldstärkenspitzen können sogar die elektronischen Bauteile von Waschmaschine und Co außer Gefecht setzen.

Blitze sind stark, gefährlich und unberechenbar. Daher raten viele Fachleute auch heute noch: „Stecker raus“.

Gegen ein anderes Problem, das immer häufiger mit Gewittern einhergeht, helfen diese Tipps allerdings weniger: plötzliche Starkregenereignisse, wie sie auf der Seite urbanesturzfluten.de behandelt werden.

Unser Stadtgebiet ist zugepflastert und die Kanalisation kann mit einem plötzlichen Starkregen überfordert sein. So passiert es immer wieder, dass Keller innerhalb von Minuten volllaufen. Wenn in diesen Kellern – was selbst bei Banken und Behörden manchmal der Fall ist – die Server des Netzwerks stehen, ist der Schaden groß. Da können dann häufig nur noch die professionellen Datenretter helfen.

Bildquelle: Norman /pixabay