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Brandgefährlich

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat berechnet, dass im Monat Dezember 36% mehr Schäden durch Feuer gemeldet werden als in anderen Wintermonaten. Kein Wunder: in Flammen stehende Weihnachtsbäume und fehlgeleitete Feuerwerkskörper sind Ende des Jahres immer wieder der Grund für Feuerwehreinsätze, aber Brandauslöser können genauso marode Kabel oder Probleme mit technischen Anlagen sein – eigene oder die der Nachbarn.

Da Feuer häufig in der Nacht ausbrechen, können Computer, Festplatten und andere Datenträger meist nicht gerettet werden. Geschäftliche oder persönliche Daten sind dann unter Umständen für immer verloren – wobei heutzutage die Datenrettung fast schon Wunder vollbringen kann.

In Geschäftsräumen werden zumeist Server– und RAID-Systeme mit wichtigen Arbeitsgrundlagen ein Raub der Flammen. Neben Hitze und Rauch ist oft auch das Löschwasser für große Schäden verantwortlich, einstürzende Gebäudeteile tun ein übriges.

In einem solchen Schadensfall sollten die Datenträger vorsichtig aus den Überresten des Brandes geborgen werden. Keinesfalls sollte der Versuch unternommen werden, die Medien zu reinigen oder zu öffnen, da durch Unachtsamkeit leicht ein noch größerer oder gar irreparabler Schaden entstehen kann. Die Datenträger sollten gut und stoßgesichert eingepackt werden und bei darauf spezialisierten Experten abgegeben werden – Kroll Ontrack holt Festplatten sogar kostenlos ab. Im Reinraum werden die Datenträger mit modernsten Diagnosetools untersucht und dann von Fachleuten diagnostiziert.

Erst nach einem solchen Vorfall wird vielen Menschen klar, warum immer wieder darauf hingewiesen wird, regelmäßige Backups zu erstellen – und sie an einem anderen Ort zu lagern. Wenn das Original und die Kopie vom Brand in Mitleidenschaft gezogen werden, ist das beste Backup-Management.

Empfehlenswert sind brandgeschützte Bereiche mit feuerfesten Behältern für die sensiblen Unternehmensdaten. Auch über ein automatisches System von Brandmeldeanlagen mit Verbindung zur Feuerwehr sollte man nachdenken. Viele Brandschutzbeauftragte bemängeln genügende Prävention für den Brandfall, da größere Schäden häufig vermeidbar wären, wenn die Meldung an die Leitstelle der Rettungskräfte frühzeitig eintreffen würde. Die Feuerwehr hat sich selbst ein Limit von weniger als zehn Minuten vom Alarm bis zum Eintreffen am Brandort gesetzt.

Bildquelle: ThePixelman / pixabay