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Chancenlos ausgeliefert?

Hewlett-Packard untersuchte kürzlich mit Hilfe von mehr als 230 Firmen, wie hoch der durchschnittliche Schaden bei einem digitalen Einbruch ins firmeneigene Sicherheitssystem ist. Die Höhe ist erschreckend: im Schnitt beläuft sich der Schaden auf 7,2 Millionen Dollar pro Jahr.

Das größte Problem dabei liegt bei der Schamgrenze der Unternehmen – während Cyberkriminelle flexibel und vernetzt agieren, verschweigen Unternehmen lieber, wenn sie Opfer einer feindlichen Attacke wurden. Den Cybergangstern kommt das natürlich zupass; bei mehr Informationsaustausch wäre es für die Verbrecher sehr viel komplizierter, Beute zu machen.

Zukünftig kommen weitere Bedrohungen auf die Firmen zu:

  • Der digitale Fingerabdruck hat Einzug in unser Leben gehalten. Was auch immer wir im Netz tun, es hinterlässt Spuren und im Zeitalter von Big Data auch jede Menge Rückschlüsse auf uns selbst zu. Und Cyberkriminelle sind gut darin, menschliches Verhalten zu verstehen und für sich zu benutzen.
  • Die Fähigkeiten der Angreifer übersteigen die von Firmen heute schon bei Weitem. Diese Problematik wird sich in Zukunft noch verschärfen.
  • Mit der weitergehenden Vernetzung – dem Internet der Dinge – erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer großen Cyberattacke, die einer Naturkatastrophe ähneln könnte.

Allerdings bedeutet das nicht, dass wir Internetgangstern chancenlos ausgeliefert sind. Es müssen aber ein paar Grundsätze beachtet werden. Wenn sich die Unternehmen untereinander ebenso vernetzten wie die Kriminellen, kann mit der Entwicklung der kriminellen Netzwerke Schritt gehalten werden. Und wer bewusst in Kauf nimmt, dass sich Cyberkriminelle im firmeneigenen Netzwerk aufhalten, hat die Chance, seine Daten effektiver zu schützen – so widersprüchlich das auch scheinen mag. „Encryption“ heißt das Zauberwort, wodurch die Daten dank hochentwickelter Algorithmen fast nicht mehr knackbar sein sollen.

Warum die Kriminellen überhaupt im Netzwerk bleiben sollen? Laut der Erhebung dauert es im Schnitt 243 Tage, bis ein Eindringling entdeckt wird. Da scheint es doch besser, auf innere Stärke zu setzen.

Bildquelle: Brad Miller / clker.com