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Was ist eigentlich „Cloud-Computing“?

Cloud Computing

Cloud-Computing ist etwas anderes, als das einfache Speichern von Inhalten in der Cloud. Die „Cloud“ ist nichts anderes ein Speichermedium, auf dem man Fotos und Videos, Emails, Musik und andere Daten speichern und von dem sie mit unterschiedlichen internetfähigen Geräten abgerufen werden können.

Cloud-Computing geht ein Stück weiter: Hier werden virtuelle Server angeboten. Musste bisher der Betreiber einer Webseite einen eigenen Server benutzen, d.h. einen eigenen Rechner im Internet eingebunden haben (mit allen selbst zu lösenden Problemen bei Ausfall einer CPU oder einer Festplatte) oder bei einem großen Provider einen „Teil“ eines vom Provider verwalteten Servers anmieten, ist das beim Cloud-Computing etwas anders. Hier mietet man einen virtuellen Server bei einem Anbieter, wobei man die Leistungsstärke dieser „Server“ ebenso bestimmen kann wie auch die Speichergröße und die Power der CPU – ganz einfach mit ein paar Mausklicks. Der virtuelle Server lässt sich genauso bedienen wie ein richtiger physikalischer Serve. Man kann man sich das Betriebssystem seiner Wahl installieren, egal ob Windows oder Linux. Und wenn der „Server“ zu klein oder zu schwach wird (bei starker Erhöhung der Zugriffszahl beispielsweise) kann man einfach Upgraden, die Skalierung ist fast stufenlos.

Diese Cloud-Dienste liefen bisher eher nebenbei bei Dienstleistern wie Amazon, deren Serverkapazitäten auf Bestellhochzeiten wie Weihnachten ausgelegt sind, was in den Sommermonaten eine hohe Überkapazität bedeutet. Diese Kapazitäten werden inzwischen für die Amazon-Cloud genutzt. Die Umsätze mit Cloud-Computing wurden bisher bei den meisten Anbietern nicht gesondert aufgeführt, sie liefen einfach unter “sonstige Umsätze”.

Jetzt wurden erstmals genaue Zahlen veröffentlicht. Und die sind sehr interessant: Bei Amazon werden inzwischen 5,7 % des Umsatzes mit dem Cloud-Geschäft erwirtschaftet – bei einer Wachstumsrate von 50% pro Jahr.

Auch Microsoftbietet Cloud-Dienste an – der Name: “Azure”. Das Cloud-Wachstum im letzten Jahr: 140%, damit sind Mitbewerber deutlich abgehängt.

Bei IBM wird Cloud-Computing über die kürzlich erworbene Firma Softlayer angeboten. Wachstum immerhin 75% in den letzten vier Quartalen bei einem Umsatzanteil von über acht Prozent.

Kein Internet ohne Google. Die Cloud-Dienste des Suchmaschinenriesen glänzten mit einem Umsatzwachstum von 101% im letzten Jahr.

Beim Datenbank-Experte Oracle läuft Cloud-Computing noch nebenher, das Wachstum ist mit 47% im letzten Jahr eher bescheiden.

Inzwischen ist auch die Wallstreet aufmerksam geworden. Nach Veröffentlichung der neuen Umsatzzahlen zogen die Kurse der Cloud-Computing-Anbieter teils in zweistelliger Höhe an.

Bildquelle: Tim Regan / flickr – Lizenz: CC2