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Unmengen von Schädlingen

Die Panda Security Sicherheitslabore (PandaLabs) in Bilbao, Spanien veröffentlichen jedes Quartal einen Bericht über die aktuellen Bedrohungen der IT. Nach dem neuesten Bericht zählt die Sicherheitsfirma die ungeheure Zahl von mehr als einer Viertelmillion neuer Schädlinge – pro Tag. Insgesamt hat PandaLabs Ende 2014 über 23 Millionen Schadprogramme aufgelistet.

Meist handelt es sich um leicht abgeänderte Varianten schon im Umlauf befindlicher Viren und Trojaner. Um die Virenscanner auszutricksen werden die Programme in kleinen Teilen abgeändert – und das immer wieder. Ein ähnliches Vorgehen benutzen die Entwickler von Designer-Drogen. Bei diesen wird – nachdem die Droge auf dem Index gelandet ist – ein kleines Stückchen eines Moleküls zum Beispiel in einem anderen Winkel an den Rest des Stoffes angekoppelt, wodurch eine neue Substanz entsteht, die noch nicht erfasst wurde und so auch nicht illegal ist. Dafür wird natürlich ein Computer benutzt, der Stoff wird einfach neu „designed“. Über mögliche Nebenwirkungen macht man sich keine Gedanken – seien es Drogen oder Computerviren.

Jeder dritte PC weltweit sei mit Schadprogrammen infiziert, so PandaLabs. China hat es am schlimmsten getroffen: Das Sicherheitsunternehmen spricht hier von einer Infektionsrate, die bei fast 50 Prozent liegt (Deutschland 24,8 Prozent).

Auch neue Makroviren sind im Umlauf, Microsoft hat kürzlich vor einer neuen Welle gewarnt, die bereits mehr als 500.000 PCs infiziert haben soll. Eigentlich war diese Art von Schädlingen, die durch Word- und Exel-Dateien übertragen werden, schon fast ausgerottet. Aber findige Kriminelle haben das alte .doc Format wieder entdeckt und verschicken verseuchte Dateien als Anhang an Emails.

Dass sich Cyberkriminalität lohnt zeigen die Zahlen. Jährlich entstehen durch sie Schäden in der immensen Höhe von 350 Milliarden Euro. Alleine ein einzelner Angriff auf ein britisches Unternehmen kostete 950 Millionen Euro.

Die US-Sicherheitsexperten Peter Singer und Allan Friedman erklären lapidar: „97 Prozent der Fortune 500 wurden mindestens einmal gehackt. Die restlichen drei Prozent auch, sie haben es nur nicht gemerkt.

Bildquelle: geralt / pixaby