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Cyber-Angriff auf Airline

Cyberangriff

Nun hat es die größte polnische Fluggesellschaft LOT getroffen: An ihrem Heimatflughafen in Warschau stürzten die Computer ab, mehr als fünf Stunden lang konnten keine Flüge abgefertigt werden. Die Fluggesellschaft teilte mit, ihr Computersystem sei von Hackern angegriffen und lahmgelegt worden. Allerdings sei nur der Bodenbetrieb betroffen, Flugzeuge in der Luft seien von den Problemen nicht tangiert.

Sicherheitsexperten warnen schon lange vor Hackerangriffen auf die Computer-Infrastruktur von Fluggesellschaften, sie gehen auch von zukünftigen Attacken auf Flugzeuge aus. Airbus und Boeing sagen allerdings, sie wüssten von keinem Fall, in dem es gelungen sei, von der Kabine oder von außen ins Steuerungssystem eines Flugzeugs einzudringen.

US-Sicherheitsexperte Chris Roberts widerspricht dieser Aussage vehement: Es konnte sich nach eigenen Angaben während eines Fluges in das Computersystem des Flugzeugs hacken. Roberts arbeitet daran, Sicherheitslücken in Computersystemen zu finden – Flugzeugcomputer sind seine Spezialität. Zweimal wurde er beim FBI vorstellig um auf Sicherheitslücken in Flugzeugen hinzuweisen. Der dritte Besuch war unfreiwillig, der Sicherheits-Spezialist wurde am Flughafen in Syracuse abgeholt, weil er einen Tweet abgesetzt hatte, in dem er verkündete, an Bord einer Boeing 737-800 mit seinen elektronischen Helferlein aus der Kabine ins Netzwerk des Flugzeug eingedrungen zu sein.

Und das war anscheinend nicht das erste Mal: nach eigenen Angaben hat er sich schon 15 bis 20-Mal mit seinem Computer in die Elektronikbox, die unter einigen Kabinensitzen versteckt ist, eingeklinkt, wodurch er einen Blick auf die Treibstoffverteilung, die Antriebskontrollen, das Flugdaten-Management-System und die Lagekontrollen werfen konnte.

Der Flugzeughersteller Boeing sagt dazu, dass das Entertainment-System und die Flug- und Navigationssysteme in unterschiedlichen Netzen lägen, ein eventueller Zugang zum Kabinennetz würde sich nicht aufs Netz der Flugzeugsteuerung ausweiten lassen.

Wollen wir´s hoffen.

Bildquelle: holgi / pixabay