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Das Gold der IT

Big Data – große Datenmengen, die im digitalen Alltag erzeugt werden – werden heute als das „Gold der IT-Branche“ bezeichnet. Aber das alleinige Sammeln von Daten genügt nicht, es braucht intelligente Werkzeuge, um mit der Datenflut Sinnvolles anzustellen.

Big Data war ein großes Thema bei der Cebit in Hannover. Allgemein wird davon ausgegangen, dass mit der Analyse der Unmengen an Daten, die im digitalen Leben generiert werden, neue Geschäftskonzepte erarbeitet werden können. Bewegungsdaten von Mobilfunk-Nutzern können beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr dafür sorgen, dass Züge besser ausgelastet werden – die Nürnberger VAG wird dazu schon mit Daten der Deutschen Telekom versorgt.

Das Sammeln von Daten ist allerorts gang und gäbe, die kompetente Auswertung aber ist die große Herausforderung. Der amerikanische IBM-Konzern ist eines der führenden Unternehmen bei der Analyse großer Datenmengen, wodurch neue Dienstleistungen generiert werden können. Nun will das Unternehmen auch die gewaltige Informationsflut auf Social-Media-Kanälen wie Twitter mit eigenen Analysewerkzeugen auswerten. Anwendungen für Einzelhändler, Tourismusunternehmen und Banken stellte der Konzern auf der Cebit in Hannover vor. Ziel ist es, Unternehmen zu ermöglichen, ihren Ruf bei Kunden genauer zu eruieren – schließlich werden über eine halbe Milliarde Tweets pro Tag bei dem Kurznachrichtendienst aufgegeben.

Um die riesige Menge an unstrukturierten Daten in sinnvolle Informationen umzuwandeln kann die IBM mit ihrer Geheimwaffe ins Feld ziehen: Supercomputer Watson. Watson kann extrem schnell rechnen und in Bruchteilen von Sekunden aus Millionen von Dokumenten wichtige Informationen herausfiltern, Watson ist auch in der Lage, mit seinen Aufgaben zu wachsen, aus abgearbeiteten Vorgängen zu lernen und inhaltliche Zusammenhänge zu erkennen und zu bewerten – von künstlicher Intelligenz ist das Programm nicht weit entfernt. Zwei große Krankenhäuser in Südafrika und Thailand wollen mit Watson Patientenakten analysieren und so die Krebsforschung unterstützen. Auch für Finanzinvestoren sind die Analysewerkzeuge interessant, da diese wohl aus großen Datenströmen sinnvolle Informationen für die beste Anlagestrategien ableiten können.

Bildquelle: Jon Simon / Feature Fotoservice für IBM