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Das Management langlebiger Archiv-Tapes stellt Firmen vor Herausforderungen

Eine neue Kroll Ontrack Studie zeigt nur zu deutlich, dass viele IT-Verantwortliche oft große Schwierigkeiten haben, ihre Archiv- oder Backup-Dateien anderen Unternehmensabteilungen zur Verfügung zu stellen oder überhaupt auf sie zuzugreifen.

Bei der weltweiten Umfrage in sieben Ländern – USA, Großbritannien, Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Polen wurden 720 IT-Spezialisten von Unternehmen und IT-Dienstleistern befragt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde die Umfrage zusammen mit der EDP Vertriebs GmbH aus Walldorf, Hersteller und Marktführer von Barcode-Label für Magnetbänder sowie spezialisierter Anbieter von Lösungen rund das Tape, durchgeführt.

Wichtigstes Ergebnis der Studie: Obwohl die Teilnehmer häufig von anderen Abteilungen aufgefordert werden Daten von Magnetbändern wiederherzustellen, sind sie teilweise nicht in der Lage, das auch wie gewünscht durchzuführen. So sind 22 Prozent der befragten Unternehmen nicht in der Lage auf Datenwiederherstellungsanfragen von Magnetbändern in Rahmen von Rechtsstreitigkeiten, Regulierungen oder anderen juristischen Zwecken, adäquat zu reagieren. Weder waren sie in der Lage die spezifischen Daten auf den Bändern zu identifizieren, zu lokalisieren noch auf sie zuzugreifen. Weitere 30 Prozent der Befragten haben darüber hinaus auch nicht alle Informationen darüber, welche Daten sich eigentlich genau auf ihren Magnetbändern oder in ihrem Archiv befinden.

Und das kommt nicht von ungefähr. So ist die Anzahl der gelagerten Magnetbänder bei den befragten Unternehmen im Durchschnitt recht groß: 34 Prozent hatten mehr als 100 Bänder in ihrem Archiv. Auch das Alter der gelagerten Tapes ist ziemlich hoch: 55 Prozent der Befragten verwalten Magnetbänder, die älter als fünf Jahre sind, 34 Prozent Tapes mit einem Alter zwischen fünf und zehn Jahren und 21 Prozent Bänder, die sogar älter als zehn Jahre sind. Zwar ist ein hohes Alter kein zwingender Grund für einen späteren Datenverlust. Probleme kann es aber geben, wenn ein älteres Tape viele Schreib- und Lesevorgänge durchlaufen hat, schlecht gelagert wurde oder eine passende Infrastruktur fehlt.

Aber die Hauptgründe warum die Firmen nicht auf die Tape-Daten zugreifen können liegen nicht in der Anzahl oder dem Alter!

24 Prozent haben nicht mehr die passende Infrastruktur – weder Software noch Hardware – vorrätig, um die Archivbänder überhaupt anzusprechen. Und das vor allen Dingen, weil es den IT-Verantwortlichen entweder zu schwierig und zu zeitaufwendig war, die alte Hard- und Software zu installieren und regelmäßig zu warten ( 43 Prozent) oder den Firmen die Erhaltung der alten Infrastruktur schlicht zu teuer war (18 Prozent). Das auf Daten wegen beschädigter Magnetbänder nicht zugegriffen werden konnte, war nur in sieben Prozent der Fälle der Grund.

Laut Hannes Sieverling, Geschäftsführer von EDP, unterschätzen offensichtlich viele IT-Verantwortlichen die Langlebigkeit von Magnetbändern und denken nicht weit genug in die Zukunft. „Es reicht eben nicht nur, die Bänder gut zu lagern, sondern man muss auch einen Plan für später haben, wie man auf die Daten im Fall der Fälle – und eben auch nach Jahren oder Jahrzehnten – zugreifen kann. Deshalb sind viele der Probleme aus der Studie größtenteils hausgemacht.“

Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen deshalb deutlich, dass es für Unternehmen, die auf Magnetbänder für ihre Backups und Archivdaten setzen, notwendig ist regelmäßig die Qualität der Tapes und der gespeicherten Daten zu prüfen. Nur so lassen sich die Kosten für zukünftige Datenwiederherstellungen begrenzen.

Besonders deutlich zeigt die Studie, dass Unternehmen darüber hinaus über einen Katalog oder eine Liste mit allen gespeicherten Informationen und den Positionen der Daten auf den Magnetbändern verfügen oder diesen erstellen sollten.

Allerdings ist diese Aufgabe kostspielig und aufwändig. Daher herrscht nach wie vor große Nachfrage nach benutzerfreundlichen Lösungen für den Datenzugriff bzw. nach Informationen darüber, welche Daten auf den Archivbändern gespeichert sind.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Studie finden Sie hier: http://www.krollontrack.de/unternehmen/pressemitteilung/umfrage-tape-archive/

Bildnachweis: Kroll Ontrack GmbH, Böblingen