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Das Problem ist der Mensch

Bedienungsfehler und menschliches Versagen sind Unsicherheitsfaktoren im Unternehmen. Für mehr als ein Viertel (26%) aller Datenverluste ist ein Mitarbeiter verantwortlich. Virtuelle Server und Cloud-Computing, SAN und NAS – die Speichersysteme werden immer komplexer und die Menge der zu speichernden Daten nimmt zu. IT-Administratoren stehen unter hohem Druck – und unter Druck machen Menschen Fehler. Ein paar typische haben wir aufgelistet.

Mangelhafte Dokumentation und lückenhafte Sicherheitsmaßnahmen: wenn ein Test-Server ans Netz geht ohne dass ein Backup eingerichtet wurde oder ein SAN (Storage Area Network) abgeschaltet wird, das noch im Betrieb ist, sind Datenverluste vorprogrammiert.

Mangelhafte Update-Politik:
die Updates bei den Betriebssystemen und der Anti-Viren-Software werden wegen des hohen Arbeitsaufkommens immer wieder verschoben. Entstandenen Sicherheitslücken können zu Datenverlust führen.

Mangelhafte Backup-Politik: trotz existierendem Backup kann es zu Datenverlust kommen, da die Datensicherung nicht funktioniert. Unternehmen sollten umfangreiche Richtlinien zur Datensicherung aufstellen und die Integrität der Backups regelmäßig überprüfen.

Versehentliche Löschung von Daten: Oft passiert dies aufgrund lückenhafter Dokumentation. Vor jeder Datenlöschung sollten Administratoren überprüfen, ob die Daten tatsächlich gelöscht werden dürfen.

Mangelhafte IT-Sicherheitsmaßnahmen: Administrator-Passwörter sollten einem kleinen Mitarbeiterkreis vorbehalten sein und auf jeden Fall geändert werden, wenn ein IT-Administrator das Unternehmen verlässt. Verärgerte Ex-Mitarbeiter, die im Besitz eines aktiven Passworts sind, können Unternehmensdaten löschen.

Richtiges Verhalten für sichere Daten

Selbst der erfahrenste IT-Administrator kann in Situationen kommen, in denen eine schnelle Entscheidung gefragt ist. Mit den hier gelisteten Ratschlägen steigen die Chancen einer effizienten Problemlösung, die Wahrscheinlichkeit eines Datenverlusts sinkt:

Keine Panik: Überdenken Sie die Auswirkungen und Konsequenzen Ihrer Handlungen. Übereilte Entscheidungen können zu einem noch größeren Datenverlust führen – und zu höheren Kosten. Stellen Sie auf keinen Fall die Daten wieder auf dem problembehafteten Laufwerk her. Speichern Sie auch keine neuen Daten auf dem Laufwerk, es könnte korrupt oder beschädigt sein.

Mit Selbstvertrauen:
Wenn die Unternehmensführung Sie dazu drängt, um jeden Preis die Systeme wieder zum Laufen zu bringen, argumentieren Sie von Ihrer Position als Experte. Es geht darum, Entscheidungen zu treffen, die weiteren Schaden vermeiden. Je schneller Sie das problematische Laufwerk außer Betrieb setzen desto besser.

Ein guter Plan: Halten Sie sich an ITIL-Prozesse und sorgen Sie dafür, dass die Dokumentationen des Rechenzentrums immer komplett und auf dem neuesten Stand sind. Denken Sie daran, dass bei drohendem Datenverlust keine Datenträger-Hilfsprogramme (CHKDSK/FSCK) oder Firmware-Updates laufen dürfen!

Bescheid wissen: Sie müssen darüber Bescheid wissen, was Ihre Speicherumgebung verkraften kann und welche Daten kritisch oder unersetzlich sind und welche neu eingegeben oder ausgetauscht werden können. Wägen Sie für das Krisenmanagement Kosten und Risiken ab – müssen die noch vorhandenen Daten geschützt werden oder ist es wichtiger, dass das System so schnell wie möglich wieder in Betrieb geht?

Im Zweifel zum Profi: Gerätehersteller können den Wert Ihrer Daten kaum schätzen und denken oft nicht an die Risiken eines Datenverlusts, wenn das System wieder aufgesetzt wird. Bei drohendem Datenverlust sollte immer ein renommiertes Datenrettungs-Unternehmen hinzugezogen werden.