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Daten als Geisel

Unter Kriminellen werden sie immer populärer: Programme, die sich in Rechner einschleichen und die dort vorhandenen Daten verschlüsseln, sie quasi als Geisel nehmen. Auch kompetenten IT-Experten ist es in den seltensten Fällen möglich, die Fremdverschlüsselung zu überwinden und die Daten wieder lesbar zu machen. Die Absender der „Ransomware“ genannten Gangsterprogramme verlangen zur Aufhebung der Verschlüsselung Lösegeld (engl. Ransom) im Bereich zwischen 100 und 1000 Euro, was einer Umfrage nach von einem Viertel der Betroffenen auch bezahlt wird. Wobei nach der Zahlung nicht in allen Fällen die als Geisel genommenen Daten wieder benutzbar waren, weswegen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dazu rät, sich auf keine Forderungen der Cyber-Kriminellen einzulassen, sondern sich mit externen Backups, die nicht korrumpiert werden können, zu helfen.

Um an das Lösegeld zu gelangen, verlangen die Gauner eine Überweisung in der Netzwährung Bitcoin, was die Nachverfolgung praktisch unmöglich macht. Die US-Staatsanwaltschaft gab bekannt, dass auf diese Weise mindestens 27 Millionen Dollar Lösegeld erpresst wurden – die Geiselnahme von Daten ist sehr viel einfacher als beispielsweise Kreditkartenbetrug.

Ransomware gibt es schon seit Jahrzehnten, aber erst das Programm Cryptolocker, das Ende 2013 auftauchte, brachte den Betreibern das große Geld. Sogar eine amerikanische Polizeibehörde zahlte, um tausende Autopsie-Berichte, Zeugenaussagen und andere Dokumente wieder zugänglich zu machen.

Das nächste Ziel der Cybergangster sind Mobiltelefone und Tablets, auf denen häufig noch intimere Daten und wichtigere Informationen gespeichert sind, als auf PCs oder Notebooks. Erste Geiselprogramme für Android sind schon aufgetaucht. Sicherheitsexperten raten auch hier zu Backups, Backups und nochmal Backups.

Bildquelle: Antana / flickr – Lizenz: CC2