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Daten als Waffe

USB-Sticks für Nordkorea

Nordkorea ist bekanntlich von der Außenwelt abgeschottet. Zwar existiert das Internet auch dort, aber der Normalbürger hat – außer auf etwa 1000 nordkoreanische Internetadressen – keinen oder nur streng reglementierten Zugriff auf Informationen aus der großen weiten Welt. So leidet das Land nicht nur an fehlenden Nahrungsmitteln, sondern auch an fehlendem Wissen.

Natürlich gab es immer schon Datenschmuggel, vor allem DVDs mit Filmen aus dem Westen waren beliebt. Wer aber mit ausländischem Material angetroffen wurde wanderte nicht selten ins Gefängnis oder wurde zu Zwangsarbeit verurteilt.

Die Initiative »Flash Drives for Freedom« will nun einen unauffälligeren Weg gehen: USB-Sticks – leicht zu verbergen oder zu vernichten – sollen als Guerilla-Waffe gegen das Regime eingesetzt werden. Filme und Serien, aber auch Romane und Sachbücher sollen auf dies Weise nach Nordkorea gelangen. Die kleinen Speichermedien werden dort schon benutzt – sie lassen sich von den im Land verbreiteten Videoplayern »Notel« abspielen – aber sie sind für Normalsterbliche unbezahlbar. Im Gegensatz zu den westlichen Ländern, wo man die Sticks für wenig Geld kaufen kann und fast jeder den einen oder anderen nicht mehr benutzten Stick in der Schublade liegen hat.

Flash for Freedom will die – ansonsten im Sondermüll landenden – Speicher sammeln, sie mit Inhalt füllen und von koreanischen Schmugglern in das abgeschottete Land bringen lassen.

Wir finden, das ist eine gute Idee. Es müssen ja nicht unbedingt amerikanische Serien sein, die auf den Sticks gespeichert werden. Wenn Sie sich für die Aktion interessieren, sollten Sie sich vorher um die Löschung der Inhalte auf Ihren Sticks kümmern. Dafür sollten Sie eine hochwertige Daten-Lösch-Software einsetzen, die speziell für USB-Sticks konzipiert wurde. Einfaches Formatieren genügt nicht, da dabei nur die Dateinamen überschrieben werden. Auch kostenlose Eraser-Software aus dem Internet kann unter Umständen nicht auf alle Daten des Sticks zugreifen, sodass auch nach deren Einsatz sensible Daten in unbefugte Hände gelangen können.

Bildquelle: wikimedia – Lizenz: CC3