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Datendiebstahl auf besondere Art

Datendiebstahl auf besondere Art

Wer sich vor Datenklau schützen will, muss seinen PC vom Internet abkoppeln. So lautet die gängige Meinung. Aber die ist nicht ganz korrekt, denn es gibt auch ohne Netzanschluss Möglichkeiten, Daten eines Rechners auf andere Geräte zu übertragen.

Schon lange bekannt ist die Möglichkeit, via Ultraschall über angeschlossene oder eingebaute Lautsprecher Informationen an einen Empfänger (beispielsweise ein Smartphone) in der Nähe zu senden. Angeblich wurde Malware mit genau diesem Einsatzbereich schon in freier Wildbahn gefunden. Auch Geräusche von Festplatten, Monitoren, Tastaturen und Arbeitsspeichern wurden schon zur kabellosen Übermittlung von Daten benutzt.

Die neueste Entwicklung auf dem Markt der Datenübertragung mit Hilfe von Klängen benutzt den Ventilator, der in den meisten Computern zur Kühlung der CPU eingesetzt wird. Kaum jemand hört noch das leise (oder nicht so leise) Summen des PC-Lüfters, eine leichte Änderung der Drehzahl und der damit verbundenen Tonhöhe fällt kaum auf. Aber auf diese Weise gelang es Forschern der Ben-Gurion Universität in Israel, Daten zu übertragen.

Forscher derselben Universität wurden durch den Whistleblower Edward Snowden zu einer weiteren Möglichkeit des Datenklaus ohne Netzanschluss inspiriert. Sie entwickelten eine Software, die mithilfe eines USB-Sticks und eines USBee-Kabels als Antenne per Funk Daten auf ein Empfängergerät übertragen kann. Schon 2014 hatten Sie gezeigt, wie man die Grafikkarte eines Rechners dazu überredet, über das Monitorkabel als Antenne UKW-Signale an ein Smartphone zu senden.

Man darf getrost annehmen, dass noch andere Möglichkeiten zur Datenselbstbedienung existieren – auch ganz ohne Netzanschluss.

Bildquelle: I-vista / pixelio.de