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Wenn die Datenrettung im Rechenzentrum zur Desaster Recovery wird…

Wenn ein Rechenzentrum durch einen Wasserschaden außer Betrieb gesetzt wird, ist das keine Sache, die man auf die einfache Schulter nehmen kann. Gerade kürzlich hatten wir in den USA einen Notruf von einem unserer Kunden, dem genau das passiert ist! Ein großes, international aufgestelltes Unternehmen hatte einen Wasserrohrbruch, der sein Rechenzentrum teilweise überflutete und physikalisch zerstörte. Wir mussten sofort an die Arbeit.

Um nicht unnötig Zeit zu verschwenden, schickte uns der Kunde gleich die kompletten Festplatten-Schränke mit mehr als 1400 Festplatten zu, damit die Kroll Ontrack Mitarbeiter in Minnesota schnell anfangen konnten.

Es handelte sich dabei um einen bunten Mix verschiedener Storage- und Speicherhersteller und -medien (SAS, SATA und FC Festplatten von EMC, IBM und Oracle). Die Logistik alleine war schon eine Herausforderung.

Jedes Festplattengehäuse wurde geprüft und inventarisiert. Beim ersten Satz der angelieferten Schränke konnten die Kroll Ontrack Spezialisten sichtbare Wasserschäden an den Laufwerken, den Storage-Prozessoren und den Controllern feststellen.

Jedes Laufwerk wurde dann aus dem ursprünglichen Gehäuse entfernt und inventarisiert (genannt „Asset tagged“). Einmal „getagged“ wurden sie dann zu den Kollegen des Engineering Service Team gebracht. Diese Mitarbeiter überprüften nochmals jedes einzelne Speichermedium und entschieden dann, ob der Inhalt auf einen Kroll Ontrack Server gespiegelt werden kann (wenn keine Schäden oder Verschmutzung vorliegt) oder es in den Reinraum zur weiteren Behandlung gebracht werden muss ( z.B. bei Verschmutzung, sichtbaren Schäden oder nicht-funktionsfähigen Festplatten).

Alle Laufwerke, die beschädigt oder verschmutzt waren, wurden in den Reinraum verbracht, wo sie mit unseren proprietären Werkzeugen und Techniken repariert wurden.

Alle Medien wurden durch eine „Sektor für Sektor Kopie“ gespiegelt und detaillierte Berichte über die Ergebnisse des Imaging Prozesses an den Kunden weitergegeben.

Während des Imaging Prozess wurde umfangreicher Speicherplatz benötigt, um die Kundendaten aufzunehmen. Dazu wurden schnelle Anpassungen an das eigene Kroll Ontrack Rechenzentrum in den USA nötig, aber schließlich konnten das umfassende Datenmaterial aufgenommen und zwischengelagert werden.

Nachdem die Daten repariert und wiederhergestellt wurden – kein leichter Job bei insgesamt 1491 Platten – wurden die Festplattensysteme wieder zusammen gebaut und elektronisch überprüft, ob sie arbeitsfähig waren.

Das war´s dann mit dem Projekt, oder? Ganz falsch! Nachdem die geretteten Daten zum Kunden geschickt wurde, ging es für den Kunden an das Wiederaufbau des Rechenzentrums. Für alle, die sich mit Enterprise Storage Systemen auskennen und wissen, dass man ein solches komplexes System nicht einfach aufstellt und dann anschaltet. Besonders wenn ältere Storages zusammen mit neuerem Equipment, verschiedenen Herstellern und Software-Programmen kombiniert und betrieben werden, kommt es immer zu einigen Fehlern bis alles zusammen einwandfrei funktioniert. Unsere amerikanischen Ingenieure standen dabei dem Kunden und den involvierten OEM-Partnern mit Rat und Tat zur Seite, um Fehler zu vermeiden und für die richtige Hardware zu sorgen, bis das System schließlich wieder ordnungsgemäß lief.

Das Ergebnis des Projektes in der Zusammenfassung:

  • Über 15 Kroll Ontrack Mitarbeiter aus der Entwicklung, Logistik, Vertrieb und Technischem Support waren im ständigem Kontakt mit dem Kunden während des gesamten Prozesses
  • 1491 Festplatten wurden „geimaged“
  • 1,2 Petabytes Daten wurden insgesamt verarbeitet und gespeichert, bis das Kundenrechenzentrum voll funktionsfähig war
  • Bereits nach zweieinhalb Wochen war der Kunde wieder voll arbeitsfähig. Eigentlich unglaublich, wenn man die Zeit bedenkt, die man normalerweise benötigt, um ein Rechenzentrum von Grund auf aufzubauen und das sogar ohne dass man zunächst auch noch zusätzlich die Daten wiederherstellen muss.

Eine Datenwiederherstellung eines überfluteten Rechenzentrums wurde faktisch zu einer Disaster Recovery. Mit Kroll Ontrack gelang die erfolgreiche Datenrettung!

Bildquelle: Thorben Wengert/ pixelio.de