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Datenrettung – weit verbreitete Mythen bei Endkunden – Teil 1

Datenrettung

 

 

Missverständnisse über die Datenwiederherstellung hindern viele Unternehmen und Verbraucher, sich für den richtigen Daten-Recovery-Service-Anbieter zu entscheiden und so eine erfolgreiche Daten-Wiederherstellung zu bekommen. Viele der sogenannten Daten-Recovery-Anbieter behaupten, umfangreiches Know-how zu haben, aber wie sollen Sie wissen, wem man vertrauen kann?

Aus unserer langjährigen Praxis haben wir die gängigsten Mythen über Datenwiederherstellungen gesammelt und versucht etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Denn es zeigt sich: Die meisten Mythen über eine Datenrettung entstehen aus Unwissenheit der Kunden, den zu erwartenden Kosten, den Ressourcen, der Komplexität der Datenrettung und dem Sicherheitsaspekt. Zu jedem dieser Themen finden Sie hier die passenden Mythen, damit Sie anschließend eine informierte Entscheidung für die Wahl eines kompetenten Datenrettungsdienstleisters treffen können.

Fangen wir also an!

Naivität:

Sorglosigkeit rächt sich.

  • Mythos #1: Die Website eines Datenrettungsanbieters macht einen professionellen Eindruck, also muss auch die Leistung dieses Anbieters hervorragend sein.

    Realität: Der Anspruch, erstklassige Ergebnisse zu liefern, und die Fähigkeit, diesen Anspruch auch in die Tat umzusetzen, sind zwei verschiedene Dinge. Das Wichtigste für Sie bei der Auswahl eines Datenrettungsanbieters sollte sein, dass der Anbieter speziell für Ihr betroffenes Betriebssystem bzw. Speichermedium eine Datenwiederherstellung durchführen kann.Folgende Fragen sollten Sie daher unbedingt abklären:

    Jeder kann Datenrettungsservices anbieten. Prüfen Sie, ob Ihr Anbieter über Folgendes verfügt:

    • Erfahrung mit großen, komplexen und kleineren Fällen von Datenverlust.
    • Die Möglichkeiten in Labor und Reinraum gelöschte, korrupte, fehlende oder unzugängliche Daten schnell und sicher wiederherzustellen.

    Fazit: Ein Anbieter, der in proprietäre Software, Tools und Prozesse investiert anstatt in schillernde Marketingkampagnen, ist am besten in der Lage, erstklassige Ergebnisse zu liefern.

  • Mythos #2: Ich gehe direkt zum Geräte- oder Speicherhersteller, denn dieser ist am besten qualifiziert, um die Daten auf seinen eigenen Speichermedien zu retten.

    Realität: Das trifft nicht zu. Viele Hersteller unterstützen nur die neueste Generation eines Systems oder Mediums. Geräte, die keine Garantie mehr haben, werden in der Regel nicht unterstützt. Außerdem sind die Hersteller keine Experten für Tausende verschiedene Datei- und Datenstrukturen und Formate und schon gar nicht für die vielen unterschiedlichen E-Mail- und Datenbanktypen.Folgende Kriterien sind entscheidend bei der Auswahl eines Datenrettungsanbieters:

    • Unterstützt der Anbieter Ihr Betriebssystem und Ihr Medium?
    • Verfügt der Datenrettungs-Anbieter über nach ISO-5/Klasse 100 zertifizierte Reinraum-Arbeitsplätze?
    • Hat der Anbieter die passenden Ersatzteile für Ihr Speichermedium am Lager?
    • Hat der Anbieter eine Vereinbarung mit dem Festplattenhersteller, sodass Ihre Garantie erhaltenbleibt?
    • Verfügt der Datenrettungs-Anbieter über eine Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung, die schnell individuelle und maßgeschneiderte Lösungen entwickeln kann – auch für veraltetete oder die allerneuesten Systeme oder Medien?

    Fazit: Hersteller sind Experten darin, hochwertige Produkte zu liefern. Die Datenrettung tausender verschiedener Datei- und Datenstrukturen und Formate gehören nicht unbedingt dazu. Es ist wichtig, dass Sie einen Anbieter wählen, der sicherstellen kann, dass Garantien erhalten bleiben und der verschiedene Serviceoptionen bietet, die auf Ihr Budget zugeschnitten sind.

  • Mythos #3: Ich habe noch nie wirklich einen Hardwareausfall oder Datenverlust gehabt. Deshalb muss ich in dieser Richtung keine Vorkehrungen treffen.
    Realität: Bilder, Musik und sensible persönliche und finanzielle Informationen können verlorengehen, und zwar mit gravierenden Konsequenzen. Wie bei der Feuerversicherung für ein Haus geht es nicht um die Frage, ob Sie einen Notfall erwarten – sondern darum, was Sie im Vorhinein tun können, um die Daten auf Ihren mobilen Geräten, Laptops, Desktops, Festplatten, Speicherkarten und Flash-Speichern zu schützen.Jährlich kommt es bei mindestens 25% der Computerbenutzer weltweit zu einem Datenverlust. Daher ist es entscheidend, dass Sie einen vertrauenswürdigen Datenrettungsanbieter finden. (1)Fazit: Datenverlust kann jeden treffen. Doch wer noch nie einen Datenverlust erlebt hat, geht häufig davon aus, dass seine Daten sicher sind. Zum Glück sind verschiedene Servicemethoden verfügbar, die Sie beim Auffinden und Wiederherstellen der Daten unterstützen. Doch wenn Sie sicherstellen möchten, dass der Verlust minimal bleibt, sollten Sie bereits im Voraus einen Datenrettungsanbieter ausfindig machen.Bei der Auswahl eines Datenrettungsanbieters sind folgende Kriterien entscheidend:

    • Kann der Anbieter eine große Auswahl an Datenrettungs-Services bereitstellen, einschließlich Do-it-yourself-Lösungen, damit Sie Fälle von Datenverlust möglichst kostengünstig beheben können?
    • Können Sie direkten Kontakt zu den Datenrettungs-Experten des Anbieters aufnehmen?

    Stellt der Anbieter Ihnen ein Online-Tool zur Verfügung mit welchem sich der Zustand Ihrer Daten übersichtlich abfragen lässt, bevor Sie die Datenrettung beauftragen – inkl. Qualität der wiederherstellbaren Dateien?

    (1) Gartner Report, 2012

  • Mythos #4: Mein Backupsystem ist zuverlässig. Daher muss ich mir über Datenverlust keine Gedanken machen.
    Realität: Leider ist die Tatsache, dass Sie über ein Backupsystem verfügen, keine hundertprozentige Garantie dafür, dass Ihre Daten im Notfall sicher sind. Trotz aller Bemühungen, mit einem Backupsystem Datenverluste zu verhindern, kann es immer noch zu Datenverlusten kommen, z.B. durch:

    • Hardwarefehler
    • Menschliches Versagen
    • Beschädigte Software
    • Computerviren
    • Naturkatastrophen

    Die versehentliche Löschung von Dateien oder Datensätzen, überschriebene Daten, neu installierte Software sowie Geräte-Upgrades gehören zu den größten Risiken für Privatanwender, wenn sie für die Sicherheit ihrer Daten allein auf ein Backupsystem setzen.

    Fazit: Sowohl Primärspeicher als auch Backupspeicher können von Datenverlust betroffen sein (in 56 % der Fälle aufgrund von Hardwarefehlern, in 26 % der Fälle durch menschliches Versagen) (2). Anwender, die sich der Bedeutung ihrer Daten bewusst sind, sich nicht auf das Backup verlassen, dieses regelmäßig testen sowie vorausschauend Pläne für den Notfall machen und den richtigen Datenrettungs-Partner vorab gewählt und parat haben, haben mehr Erfolg, ihre verlorenen Daten wiederherzustellen.

    Bei der Auswahl eines Anbieters sind folgende Kriterien wichtig:

    • Verfügt der Anbieter über eine umfassende Expertise in der Datenrettung und eine eigene Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung?
    • Sind die Techniker des Anbieters von wichtigen Herstellern wie Apple®, Microsoft® oder VMware zertifiziert?
    • Bietet der Anbieter eine kostenlose Beratung an, und stellt er Ihnen eine Liste der wiederherstellbaren Daten zur Verfügung, bevor Sie sich entscheiden?
    • und kann der Anbieter praktisch jede Art von Datenverlust beheben – virtuell und physikalisch?

    (2) Kroll Ontrack, 2011

  • Mythos #5: Die Datenrettung von SSDs und Flash-Speichern entspricht im Wesentlichen der Rettung von Festplatten.

    Realität: Der Bedarf an Datenrettung für Flash-Speicher hat deutlich zugenommen, weil immer mehr Privatanwender dieses Medium für ihre elektronischen Dateien nutzen. Dieser Trend bringt ganz neue Herausforderungen bei der Datenrettung mit sich, denn die Komplexität bei diesen Medien ist teilweise deutlich höher. Dies hat folgende Gründe:

    • Implementierung von Wear-Leveling-Algorithmen (Nutzungsverteilung)
    • ECC-Variablen (Error Correction Code)
    • Die Daten werden auf einem Flash-Medium ganz anders abgelegt als auf einer herkömmlichen Festplatte.

    Darüber hinaus gibt es noch keine festgesetzten Industriestandards für Datenlayout und Datenorganisation auf Flash-Medien, sodass häufig je nach Hersteller und Modell eigene Wiederherstellungslösungen erforderlich sind.

    Achten Sie bei der Auswahl eines Datenrettungsanbieters auf folgende Merkmale:

    • Fähigkeit zur Datenwiederherstellung von Flash-Medien und kontinuierliche Forschung und Entwicklung in diesem Bereich.
    • Proprietäre Flash-Wiederherstellungstechniken sowie ein tiefes Verständnis der verschiedenen Speichermedien.
    • Spezialisierte Prozesse, die die Qualität der Datenwiederherstellung verbessern.

    Fazit: SSD/Flash-Wiederherstellungen sind deutlich schwieriger als die Rettung von einer herkömmlichen Festplatte. Nicht jeder Datenrettungsanbieter ist in der Lage, die zusätzlichen Herausforderungen zu bewältigen. Achten Sie darauf, dass Ihr Datenrettungsanbieter dieser Herausforderung gewachsen ist.

Kosten:

„Kostenlos“ ist nicht immer günstig.

  • Mythos #1: Wenn ein Datenrettungsanbieter damit wirbt, dass bei ihm die Datenrettung nur 350 Euro kostet, dann sind das die einzigen Kosten. Weitere Kosten kommen nicht hinzu.

    Realität: Diese irreführende Beschreibung wird in der Datenrettungsbranche leider häufig verwendet. Wenn in der Werbung eine Datenrettung für 350 Euro (oder einem ähnlichen, deutlich zu niedrig veranschlagten Pauschalbetrag) angeboten wird, dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Grundpreis. Der tatsächliche Preis für die Datenrettung hängt von verschiedenen Faktoren ab:

    • Menge der Daten, die wiederhergestellt werden sollen
    • Schwierigkeitsgrad der Wiederherstellung
    • Zustand der Daten
    • evtl. Bedarf an Ersatzteilen

    Zu oft fallen Privatkunden mit knappem Budget auf unseriöse Angebote mit „unglaublich günstigen Preisen“ herein. Wichtiger – und letztlich auch finanziell besser – wäre es, das Kleingedruckte genau zu lesen und eigene Interessen konsequent durchzusetzen.

    Fazit: Niemand kann etwas verschenken. Achten Sie darauf, dass Sie nicht am Schluss für etwas bezahlen, was Sie gar nicht erhalten. Um festzustellen, wer die richtige Wiederherstellungsmethode für Ihre Ansprüche und Ihr Budget anbietet, brauchen Sie einen transparenten Datenrettungsanbieter, der Sie vorab ausführlich kostenlos berät und Sie bei Bedarf direkt mit einem Datenrettungs-Techniker sprechen lässt. Anbieter, die ihre Kunden wertschätzen, bieten außerdem auch nach der Rettung noch einen Support, um die Zufriedenheit der Kunden sicherzustellen. Elemente dieses Supports können sein:

    • Hilfe bei der Migration der wiederhergestellten Daten zurück in Ihre Umgebung.
    • Support in Ihrer Sprache.
    • Datensicherheit. Am besten ist Sie erhalten Ihre wiederhergestellten Daten auf einem externen Medium verschlüsselt zurück.
  • Mythos #2: Wenn ich kostenlos ermitteln lasse, welche Daten gerettet werden können, kann ich nichts falsch machen.

    Realität: Stimmt nicht unbedingt. Wenn Sie Ihre beschädigten Speichermedien oder andere Geräte einem Datenrettungsanbieter übergeben, dann riskieren Sie, dass Daten verlorengehen, die andernfalls gerettet werden könnten. Sie müssen also einige Vorbereitungen treffen, bevor Sie Ihre wertvollen Daten in fremde Hände übergeben.Fazit: Stellen Sie eine gründliche Recherche über Ihren Datenrettungsanbieter an. Fallen Sie nicht auf Lockvogel-Angebote herein. Wenn etwas umsonst ist, klingt das erst einmal gut. Doch bei der Datenrettung sollten Sie in solch einem Fall aufhorchen. Eine gute und effiziente Datenanalyse und Diagnose braucht Zeit und Sorgfalt. Schließlich soll herausgefunden werden, welche Daten wiederherstellbar sind und welche nicht. Ein nicht sachgerechter Umgang mit Ihren Speichermedien kann Ihre Chancen auf Wiederherstellung schnell zunichtemachen. Wenn also ein seriöser Anbieter mit kostenloser Diagnose Werbung macht, wird der damit verbundene Aufwand in aller Regel auf den Endpreis aufgeschlagen. Wertvolle Geräte und Informationen sollten Sie nicht einem Anbieter überlassen, der Ihre Daten nicht vernünftig analysiert bzw. nicht genau prüft, welche Daten wiederherstellbar sind.
  • Mythos #3: Es gibt viele kostengünstige Datenrettungsanbieter, die eine Datenrettung gut bewältigen können.

    Realität: Ja, es gibt verschiedene Billiganbieter, die eine Website auf die Beine stellen und dort behaupten, dass sie ein führendes Datenrettungsunternehmen sind. Die meisten möchten damit nur aus der emotionalen Notlage Profit schlagen, die ein Datenverlust bedeutet. Häufig gibt es nur eine Chance, die Daten wiederherzustellen. Deshalb ist es so wichtig, die Aufgabe gleich beim ersten Mal in die richtigen Hände zu legen, anstatt „erst einmal“ die billigste Option zu wählen. Um alle Ihre Chancen auf Datenrettung zu wahren, wählen Sie einen Anbieter mit:

    • Umfassender Erfahrung
    • Einem breiten Portfolio mit proprietärer Software-Tools und Prozessen (nur so ist eine saubere Datenwiederherstellung möglich).
    • Einer transparenten Preisgestaltung und transparenten Prozessen
    • Support auch nach der Datenwiederherstellung, damit alles schnell wieder läuft
    • Einer nachweisbar hohen Erfolgsquote und Richtlinien zur Datensicherheit und Wahrung des Datenschutzes

    Fazit: Geringe Kosten sind nicht identisch mit Qualität, und da sich jedes Jahr nicht nur die Datenmenge verdoppelt (3), sondern auch die Zahl der Fälle von Datenverlust, müssen Unternehmen wie Privatpersonen die Wiederherstellbarkeit ihrer Daten sicherstellen, bevor sie einen Auftrag erteilen.

    (3) ICD Digital Universe, 2012

  • Mythos #4: Ich suche im Internet die günstigste Datenrettungsoption, weil im Grunde alle Daten unabhängig von der Datenverlust-Situation wiederherstellbar sind.

    Realität: Aufgrund der Komplexität der Speichermedien und bei den Fällen von Datenverlust sind nicht alle Daten wiederherstellbar, und sensible persönliche Informationen, Musik und Fotos können für immer verloren sein. Die Gründe für Datenverlust variieren von einfach bis katastrophal. Zu den Gründen gehören:

    • Hardwarefehler (56%)
    • Menschliches Versagen (26%)
    • Softwarefehler (9%)
    • Viren (4%)
    • Naturkatastrophen (2%)

    Nicht zuletzt durch diese Vielfalt der Ursachen für Datenverlust ist die Datenrettung so schwierig. Kein Fall ist identisch mit einem anderen. Bei der Auswahl eines Datenrettungsanbieters müssen Sie darauf achten, dass der Anbieter über Folgendes verfügt:

    • Erfahrung bei der Wiederherstellung von Daten – bei unterschiedlichen Arten von Datenverlust und bei allen Speichermedien und Betriebssystemen
    • Eine hohe Datenwiederherstellungs-Erfolgsquote
    • Branchenführende Technologien

    Manche Datenrettungsanbieter werben mit den billigsten Preisen, doch sensible oder kritische Informationen sind letztlich unbezahlbar.

    Fazit:
    In einer idealen Welt könnten 100% der Daten leicht wiederhergestellt werden – unabhängig davon, wie und wo sie verlorengegangen sind. Doch leider bringt es die Komplexität der Speichermedien und der Ursachen, die zu den Datenverlusten führen, mit sich, dass Daten eben nicht immer zu retten sind. Manche Anbieter werben zwar mit den billigsten Preisen, doch sensible oder kritische Informationen sind letztlich unbezahlbar. Im nächsten und letzten Teil dieser Blog-Serie beschäftigen wir uns mit den Mythen über die Ressourcen, die Komplexität und den Sicherheitsaspekt für die richtige Auswahl eines Datenrettungsdienstleisters.

  • Bis dahin…

Teil 2 finden Sie hier >>>

Bildquelle: Tobias Kunze/pixelio.de