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Datenspeicher DNA

Desoxyribonukleinsäure – kurz DNS oder DNA (deoxyribonucleic acid) – ist unser natürlicher Datenspeicher. In dem Doppelhelixstrang sorgen die Basen Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin in ihren unterschiedlichen Kombinationen für die Speicherung der Erbinformationen. Das gilt für alle Lebewesen, die wir kennen, für Tiere und Pflanzen. Diese hervorragende evolutionäre Konstruktion müsste doch auch im Digitalzeitalter Anwendung finden können, überlegten sich Schweizer Forscher – und errechneten, das ein Gramm DNA 455 Exabyte Daten speichern könnte, genügend Platz für alle Informationen, die Google und Facebook gemeinsam zusammengetragen haben.

Zur Speicherung werden den Basen der DNA Datenwerte zugewiesen, so könnte beispielsweise Adenin und Cytosin für den Wert „1“ stehen, Thymin und Guanin für die „0“. Der Preis für einen solchen Speicher allerdings ist immens.

Wenn alle Bedingungen stimmen, ist das Erbinformations-Molekül extrem langlebig. Die Forscher entziehen dem codierten DNA-Strang sämtliches Wasser und lagern ihn in winzigen verschlossenen Glasbehältern. So hält sich die gespeicherte Information bei einer Temperatur von 10 Grad Celsius geschätzte 2000 Jahre – eine Blue-Ray-Disk soll Daten 30 Jahre bewahren können, eine herkömmliche DVD etwa 10 Jahre. Würde man den DNA-Speicher im Saatgut-Tresor auf Spitzbergen aufbewahren (hier herrschen konstante -18 Grad), könnten die Informationen sogar zwei Millionen Jahre überdauern.

BIldquelle: pixabay