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Der Benz schaltet die Heizung an

Anfang des Jahres kaufte Google für 3,2 Milliarden Dollar eine Firma, die schicke Thermostate und Rauchmelder herstellt – Nest Labs. Inzwischen wird klarer, was der Suchmaschinengigant damit will: es geht um die erste große Plattform für das vernetzte Zuhause. Als Konkurrent lässt die Firma Apple grüßen, die vor kurzem den Dienst HomeKit vorgestellt hat, mit dem Haushaltsgeräte via Smartphone gesteuert werden können.

Google hat sich für sein Vorhaben einige Partner ins Boot geholt: Jawbone zum Beispiel, eine Firma, die Schrittzähler vertreibt. Die elektronischen Bänder bleiben am Arm und verraten, wann der Besitzer aufwacht, wodurch Nest die Raumtemperatur anpassen kann. Waschmaschine und Trockner von Whirlpool passen sich an die Gegebenheiten auf dem Strommarkt an und starten außerhalb der St0ßzeiten, was (in den USA) eine Rückzahlung bringt – sofern der Strom-Provider bei Nest mitmacht. LIFX stellt WLAN-fähige vielfarbige LED-Lampen her, die per Smartphone gesteuert werden können und bei Feueralarm blinken. Und der Autobauer Daimler in Stuttgart lässt seine Autos mit dem Eigenheim kommunizieren (mit anderen Autos sowieso), so dass es gemütlich warm – oder kühl – ist, wenn der Besitzer daheim ankommt.

Google wäre nicht Google, wenn neben den Annehmlichkeiten für die Anwender nicht noch etwas anderes stecken würde.Google weiß jetzt, in welchem Zimmer sich Nest-Besitzer aufhalten und (in gewissem Rahmen) was sie dort tun, weiß, wann die Bewohner aufstehen, das Haus verlassen und wieder zurückkommen – und natürlich, wo sie währenddessen waren, mit wem sie Kontakt hatten, was sie eingekauft haben … halt.

Noch ist es nicht ganz so weit. Aber es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis wir all unsere Daten – auch die intimsten – den großen Konzernen freiwillig überlassen.