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Der Bundestrojaner ist da!

Bundestrojaner

Lange haben wir gewartet, nun ist er endlich fertig, der Bundestrojaner, der unser Leben sicherer machen wird. Kann doch der Staat nun im Rahmen der Strafverfolgung, zur Gefahrenabwehr oder zur nachrichtendienstlichen Informationsbeschaffung Überwachungssoftware einsetzen.

Drei Jahre hat die Entwicklung gedauert und fünf Millionen Euro gekostet. Seit 22. Februar darf jetzt die Quellen-Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) beispielsweise bei Terror-Verdächtigen eingesetzt werden, um deren Kommunikation mitzuhören.

2011 hatte der Chaos Computer Club den ersten (damals nicht legalen) Bundestrojaner entdeckt. Der konnte PCs fernsteuern und Malware nachladen – immerhin. Und was kann sein legaler Nachfolger? Nun, er kann beispielsweise VoIP-Gespräche via Skype überwachen. In der Windows Version, zumindest. Windows 7. Dieses Betriebssystem hat immerhin die Hälfte aller PC-Nutzer installiert.

Was aber ist mit Messengern wie Whatsapp? Fehlanzeige. Windows 8 und Windows 10? Sorry. Linux und Mac OS? Nö. Android und iOS? Geht leider nicht.

Wenn Terroristen skypen (würden), wären unsere Ermittlungsbehörden ganz nah dran. Nur tun Kriminelle dem deutschen Staat diesen Gefallen selten. Oder gar nicht.

Neben den nun versenkten Millionen für die eigene Bastelversion wurde eine externe Softwareschmiede beauftragt, die ein besseres Produkt liefern soll.

Hätten sie doch besser gleich ein Scriptkiddie engagiert…

Bildquelle: CCC / Wikipedia