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Der Super-GAU

Wie gefährlich es ist, bei IT-Sicherheit zu schlampen, zeigt der Hack von Sony Pictures Entertainment, der im schlimmsten Fall den Untergang für das Tochterunternehmen des japanischen Sony- Konzerns bedeuten könnte.

Hacker drangen Ende November in die nur von einem Sicherheitsring geschützten Server des Filmunternehmens ein und stahlen eine gigantische Menge an Daten – nachdem eine vorher gestellte Geldforderung nicht erfüllt wurde. Die Daten – geheime Telefon- und Handynummern, E-Mail-Adressen und sogar Sozialversicherungsnummern von Stars, dazu Verträge, Gehaltslisten der Top-Manager, Mailkorrespondenz und unveröffentlichte Filme – stellten die Hacker ins Internet.

Wie wenig man sich um Datensicherheit bei SPE gekümmert hat macht folgendes Beispiel deutlich: die Hacker konnten sich in einem Ordner bedienen, der – sehr praktisch – den Namen „Password“ trug. Darin gespeichert waren mehr als Hundert Word- und Exel-Dateien mit Tausenden von Passwörtern aus allen Abteilungen des Unternehmens, Zugangscodes zu Computern oder Zugangsdaten zu Social-Media-Accounts.

Da die (Windows-)Rechner und Server des Unternehmens virenverseucht waren, wurden sie abgeschaltet, gesäubert und dann wieder im Netz angemeldet – Mitarbeiter wurden solange in Zwangsurlaub geschickt. Der finanzielle Schaden? Hoch, SPE hat einen Umsatz von mehr als acht Milliarden Dollar pro Jahr. Der Imageschaden? Gigantisch. SPE steht am Pranger, die Daten sind weltweit einsehbar. Wie das Unternehmen mit privaten Daten umging, war schlicht verantwortungslos.

Es wird sich zeigen, ob die Firma diesen Hackerangriff überstehen wird.

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Bildquelle: Coolcaesar / wikimedia  Lizenz: CC3