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Der Tape-Migrations-Prozess – Teil 1

Kein anderes Speichermedium ist langlebiger als das Tape. Was eine gute Nachricht für diejenigen ist, die Daten langfristig aufgrund von gesetzlichen oder regulatorischen Gründen archivieren,allerdings können diese Jahre später große Probleme für IT-Administratoren verursachen. Angesichts der Tatsache, dass Unternehmen in einigen Branchen verpflichtet sind ihre Daten für 20 Jahre oder länger aufzubewahren, wer kann sich sicher sein, dass die ursprüngliche Backup-Lösung sowie die entsprechende Tape-Hardware dann noch zur Verfügung steht?

Aber selbst wenn die Tape-Hardware, die Backup-Lösungen und die Tapes selbst noch richtig funktionieren, gibt es verschiedene Gründe, warum für Unternehmen eine Tape-Migration notwendig ist:

  • Tapes können Daten für eine lange Zeitspanne speichern, aber nicht für immer, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Wenn beispielsweise Tapes in einer feuchten Umgebung gelagert werden, können die Daten verloren gehen. Zudem können Tapes Staub und Dreck anziehen, der sich auf der Bandoberfläche ablagert, die Oberfläche abreibt und dadurch Daten vernichtet. Deshalb ist es „Best Practice“ regelmäßige Überprüfungen von Tapes, die wichtige Daten enthalten, zu entwickeln und durchzuführen. Wenn Tapes alt und schwer lesbar sind, ist es sinnvoll die Daten sofort auf ein neues Tape-Medium zu migrieren.
  • Tapes mit sehr alten oder ungewöhnlichen Formaten, die Daten gespeichert haben, die immer noch geschäftsrelevant sind oder aus rechtlichen Gründen aufbewahrt werden müssen, sollten ebenfalls am besten auf ein gemeinsames neues Tape-Format migriert werden. Ein altes IBM-Tape-Format zum Beispiel sollte auf die neueste verfügbare LTO-Version migriert werden.
  • Daten, die auf Tape mit einem „altmodischen“ Backup-Lösungs-Format gespeichert worden sind, sind ebenfalls ein gute Kandidaten für eine Migration, wenn die Daten immer noch nützlich für das Geschäft sein können oder es obligatorisch ist, diese aufzubewahren. Sich bei den notwendigen Treibern für alle alten Betriebssysteme auf dem Laufenden zu halten kann ebenfalls fast unmöglich sein.
  • Alte Tape-Hardware, die schwer zu pflegen oder zu reparieren ist, ist auch ein Grund dafür, Daten auf eine neuere Tape-Backup-Umgebung zu migrieren.

Und die Liste geht weiter und weiter…

In vielen Fällen wird die Migration wichtiger Daten aus einer oder mehrerer Bandsicherungslösungen oder Bandformate in erster Linie deshalb durchgeführt, um den Tape-Management-Prozess zu vereinfachen, den Arbeitsaufwand und die Kosten für die zuständigen Mitarbeiter zu reduzieren und somit mehr als eine Notwendigkeit; es ist eine strategische Daten-Management-Entscheidung. Wenn man sich daran hält liegen die Vorteile auf der Hand: Konsolidierung aller Bänder auf einer Tape-basierten Backup-Lösung in einem einzigen Format mit nur denjenigen Daten zu speichern, die obligatorisch sind oder aufgrund gesetzlicher und geschäftlicher Gründe benötigt werden. Diese Tapes (oder die Daten) die ihr (mechanisches) Lebensende erreicht haben, sollten sicher gelöscht und anschließend vernichtet werden.

Nachdem also die Gründe für ein Tape-Migrations-Projekt offensichtlich sind, erklären wir im zweiten Teil dieses Artikels im Detail welche „typischen“ Schritte bei einem solchen Projekt bestehen. Bis dann…