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Deutsche Industrie im Fokus von Cyberkriminellen

Internetkriminalität

Nach einer aktuellen Erhebung des Digitalverbands Deutschlands (Bitkom) wurden im vergangenen Jahr zwei von drei Industrieunternehmen (69 Prozent) Opfer eines Angriffs von Cyberkriminellen. Allerdings blieben die Diebstähle häufig unbemerkt.

Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotage – diese Schlagworte beunruhigen die deutschen Unternehmen. Denn das produzierende Gewerbe liegt erheblich über dem Durchschnittswert von 51 Prozent, dem Wert an Cyberkriminalität, mit dem andere Unternehmen in Deutschland rechnen müssen. Durch Digitalisierung und die verstärkte Vernetzung von Maschinen ergeben sich viele Angriffsmöglichkeiten.

Interessanterweise geht die größte Gefahr wohl von eigenen Mitarbeitern aus. Bei knapp zwei Dritteln der bekannten Fälle seien die Täter Beschäftigte oder Ehemalige gewesen, so die Studie. Insiderkenntnisse hätten die Straftaten erheblich erleichtert.

Aber auch Wettbewerber waren für Angriffe verantwortlich (16 Prozent). Organisierte Banden verübten 14 Prozent der Attacken, 6 Prozent gingen auf das Konto von ausländischen Geheimdiensten.

Das für Kriminelle interessanteste Ziel waren 2015 der Maschinen- und Anlagenbau. In diesem Segment waren 70 Prozent der Unternehmen von Cyberkriminalität betroffen. Aus der Chemie- und Pharmabranche gaben 68 Prozent der befragten Unternehmen entsprechende Vorfälle an, bei der Elektrotechnik waren es 65 Prozent und im Fahrzeugbau immer noch 61 Prozent.

Laut der Bitkom-Studie waren der Diebstahl von Smartphones, von Computern und Tablets die häufigsten Ursachen für Datenverlust (32 Prozent). 20 Prozent der Unternehmen beklagten den Diebstahl von Dokumenten auf Papier, aber auch Bauteile und Muster wurden gestohlen. Sensible digitale Dokumente wurden in 19 Prozent aller Fälle entwendet und 18 Prozent gaben Schäden durch gezielte Sabotageakte an.

Bitkom-Präsidiumsmitglied Winfried Holz: „Die IT-Angriffe sind immer komplexer geworden. Häufig werden sie gar nicht erkannt und der Abfluss der Daten bleibt unbemerkt.“ Er sieht große Sicherheitsdefizite, da nur ein Viertel der befragten Industriebetriebe seine Mitarbeiter regelmäßig in Fragen der IT-Sicherheit schule. Auch seien zusätzliche Maßnahmen wie die Verschlüsselung von Netzwerkverbindungen dringend erforderlich.

Bildquelle: Alexas_Fotos / pixabay