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Die 3-2-1 Backup-Regel

Datenverlust ist ein Thema, das immer brisanter wird. Angriffe von außen und von innen, Wasser oder Feuer, fehlerhafte Sektoren auf dem Speichermedium – es gibt zahllose Möglichkeiten, wichtige Daten zu verlieren. Und: Der Mensch ist für ein Viertel aller Datenverluste selbst verantwortlich – wobei die Putzfrau, die die Steckdose, an die das Backuplaufwerk angeschlossen ist für ihren Staubsauger benutzt, noch die kleinste Gefahr darstellt.

Die einzig vernünftige Lösung, mit der das Problem Datenverlust in den Griff zu bekommen ist: ein zeitnahes Backup. Die Ausarbeitung einer guten Backup-Strategie ist sicher vernünftig, aber darauf zu warten (und solange auf ein Backup zu verzichten) ist grob fahrlässig.

Die 3-2-1 Backup-Regel ist eine praktikable Methode, um größtmögliche Sicherheit zu haben.

Dreimal sollten Ihre Daten gespeichert sein: Einmal sind sie auf Ihrem Arbeitssystem vorhanden, zwei Backups dienen der Sicherheit.

Zwei unterschiedliche Technologien sollten Sie benutzen. Es stehen genügend zur Verfügung: NAS, externe Festplatten, Flash-Speicher, Magnetbänder, DVDs, die Cloud…

Eine Datensicherung sollte immer außer Haus lagern.

Warum aber dieser Aufwand?

Dreimalige Datenspeicherung minimiert den Datenverlust schon rein statistisch. Angenommen, Sie speichern die Originaldaten auf Festplatte 1 und das Backup auf Festplatte 2. Ist die Ausfallwahrscheinlichkeit von Platte 1 und Platte 2 jeweils 1/100 ist die Wahrscheinlichkeit des gleichzeitigen Ausfalls von beiden Laufwerken 1/100 * 1/100 = 1/10.000. Bei drei Sicherungen sinkt die Wahrscheinlichkeit auf eins zu einer Million.

Zwei unterschiedliche Technologien – sprich: Medien – senkt die Wahrscheinlichkeit noch weiter. Es ist nicht ungewöhnlich, dass zwei Geräte aus derselben Charge eine ähnliche Lebensdauer haben – im Falle von Glühbirnen kennt wohl jeder dieses Phänomen. Bei RAID-Systemen kommt es ebenfalls nicht selten vor, dass kurz nach Ausfall einer Speicherplatte auch eine andere Platte die Flügel streicht.

Eine Datensicherung an einem anderen Ort aufzubewahren ist auf alle Fälle empfehlenswert. Bei Problemen mit Hochwasser oder Feuer, Diebstahl oder anderen Katastrophen sind dann nicht alle Backups verloren. Die Aufbewahrung einer Version im Bankschließfach, einer Filiale, der Privatwohnung oder bei Freunden ist nicht sehr aufwendig oder gar problematisch, rettet aber im Schadensfall möglicherweise Ihr Unternehmen vor dem Ruin.

Wenn Sie Ihre Daten nach der 3-2-1 Backup-Regel sichern, sind Sie auf der sicheren Seite. Aber generell gilt: das sicherste Backup ist das, das sie genau jetzt ziehen – ohne Gedanken an Regeln und Vorschriften. Das Warten auf eine ausgeklügelte Backupstrategie kann gefährlich sein (was ist, wenn während der Wartezeit etwas passiert?). Denken Sie daran: Ein frisches Backup – und sei es nur auf einer selbstgebrannten CD – ist ein frisches Backup.

Picture copyright: Tim Reckmann/pixelio.de