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Apple, das FBI und die San Bernadino Schützen: Warum das FBI Apples Hilfe braucht…

Daten-Verschlüsselung

Daten-Verschlüsselung: Wer sollte Zugang haben?

Jeder Technik-Hersteller setzt bei der Verschlüsselung auf einen anderen Weg. Sie alle haben ihre eigenen Methoden und Algorithmen zum Verschlüsseln von Daten auf ihren Geräten. Eines der renommiertesten Unternehmen für verschlüsselte Daten ist Apple. Wie in den Nachrichten zu verfolgen ist, wurde Apple vom FBI angewiesen, Tools zu entwickeln die die Sicherheitsfunktionen des iPhones des San Bernardino Attentäters so deaktivieren, dass es den amerikanischen Sicherheitsbehörden erlaubt auf den Inhalt des Telefons zuzugreifen. Wir gehen hier nicht auf die rechtlichen und ethischen Implikationen dieser Anfrage oder Apples Weigerung das zu tun ein, sondern beleuchten an dieser Stelle die technischen Aspekte, die bei dieser Debatte im Vordergrund stehen.

Auto-Lösch-Funktion

Beginnend mit dem iPhone 4S hat Apple sein Verschlüsselungsverfahren deutlich aufgepeppt, um es sicherer zu machen. Mit dieser neuen Verschlüsselungsmethode haben Sie nur zehn Versuche um Ihr Passwort richtig einzugeben, bevor das Telefon permanent Ihre Daten löscht, wenn die Auto-Lösch-Funktion aktiviert ist

Beim Nutzen eines iOS 9 Geräts (das aktuelle Betriebssystem des iPhone 6), bietet das spezifische Verfahren, wenn man sein Passwort vergisst, etwas mehr „Vergebung“ an, ist aber genauso effektiv. Zuerst haben Sie sechs Versuche das Passwort einzugeben. Nach Ihrem sechsten Versuch, bekommen Sie eine Meldung die besagt, dass Ihr Telefon für eine Minute deaktiviert ist und Sie solange kein anderes Passwort eingeben können bis die Minute um ist. Nach sieben erfolglosen Versuchen beträgt die Zeitspanne 5 Minuten, nach acht Versuchen 15 Minuten und nach der neunten Eingabe müssen Sie eine ganze Stunde für den nächsten Versuch warten.

Sie fragen sich vielleicht: „Wozu die Wartezeit?“. Nun, jeder der kleine Kinder hat, hat wahrscheinlich schon die Erfahrung gemacht, dass wenn es ein Mobiltelefon in die Hände bekommt versucht es zu entsperren. Diese Wartezeit ist dabei hoffentlich lang genug für das Kind, dass das Handy nicht funktionsunfähig wird. Außerdem weiß jeder, der schon einmal sein Passwort vergessen hat, wie lange es dauern kann sich daran zu erinnern, so handelt es sich um ein „schöne“ Warnung für jeden der versucht unrechtmäßig in Ihr Telefon zu gelangen.

Wenn Sie zehn Mal Ihr Passwort falsch eingeben, löscht das iOS 9 Betriebssystem Ihre Daten permanent und nicht einmal Apple selbst ist in der Lage diese wiederherzustellen.

Warum benötigt das FBI Hilfe von Apple?

Berichte über den Fall lassen vermuten, dass das FBI einen Brute-Force_Angriff dazu nutzen wollen, um den Zugang zu dem iPhone eines der San Bernadino Attentäter zu gewinnen. Allerdings würde die automatische Löschfunktion des Handys dazu führen das die Daten darauf nach 10 vergeblichen Versuchen permanent gelöscht werden. Das ist genau diese Sicherheitsfunktion, die das FBI von Apple durch Gerichtsbeschluss zu umgehen versucht.

Die heutige mobile Sicherheit

In der heutigen Welt haben alle Hersteller von mobilen Geräten Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um den Kunden beim Schutz seiner Daten zu unterstützen. Ob es die Fähigkeit ist, das Gerät mit einem Kennwort oder einer Verschlüsselung zu sperren – alle mobilen Geräte verfügen über eine eigene Sicherheits-Variante. Unternehmen wie auch Einzelpersonen bevorzugen gerade diese Sicherheitsmerkmale, wenn sie eines dieser Geräte erwerben.

Deshalb einige Fragen zum Nachdenken:

Angesichts der aktuellen Nachrichten und der oben genannten technischen Hintergründe, muss man sich als Verbraucher einige Fragen stellen?

  1. Wer sollte Zugriff auf Ihre Daten haben?
  2. Wenn das Gerät im Besitz einer Firma ist, wem gehören die Daten darauf?
  3. Wie weit sollte ein Herstelle eines mobilen Gerätes beim Schutz Ihrer Daten gehen?

Egal, wie die aktuelle Situation bezüglich der Frage nach einem Zugang zu persönlichen Daten von einem Apple Mobiltelefon ausgeht, sollten Mobilfunk-Nutzer und Unternehmen sich diese Fragen gleichermaßen beantworten.

Bildnachweis: Tim Reckmann  / pixelio.de