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Die Datenkrake hat zugeschlagen

Datenkrake - Quelle pixabay geralt

Der Skandal um Facebook und Cambridge Analytica zeigt anschaulich, was heutzutage mit persönlichen Daten möglich ist – wobei nicht gesagt werden soll, dass es auch wirklich so passiert ist. Ob die angekündigten Untersuchungen Klarheit bringen muss abgewartet werden.

Das Szenario: Der Wissenschaftler Alexandr Kogan (Cambridge) hatte für Cambridge Analytica ein Persönlichkeits-Quiz entworfen, an dem 270.000 Facebook-Nutzer teilnahmen. Dass sie dabei ihre persönlichen Daten preisgaben war den Teilnehmern wohl bekannt – oder sollte zumindest bekannt gewesen sein. Dass sie auch die Daten ihrer gespeicherten Kontakte dem Wissenschaftler zur Verfügung stellten, wussten sie allerdings nicht.

Auf diese Weise kam Cambridge Analytica (der Name stammt von Trumps Wahlkampfmanager Steve Bannon) an bis zu 50 Millionen Datensätze. Sofern es sich um amerikanische Bürger handelte wurden aus diesen Daten Persönlichkeitsprofile erstellt, um diese dann zu Trumps Vorteil auszunutzen, indem diese Menschen gezielt von Wahlhelfern angesprochen wurden.

Dass sich sowohl Cambridge Analytica als auch Facebook als Opfer sehen und natürlich „gänzlich unschuldig“ sind, ist kaum erstaunlich. Fakt ist allerdings, dass Cambridge Analytica von 2014 bis 2016 mehr als 16 Millionen Dollar von Kandidaten und Komitees der Republikaner erhalten hat. Und Fakt ist auch, dass 2012 bei Barak Obamas Wahlkampf ähnliches passierte – wobei Facebook zwar erstaunt war, wie umfassend die ergatterten Datensätze waren, aber nichts dagegen unternommen hat.

Nun hat sich die hohe Politik eingeschaltet – ob sich etwas ändert an den „legalen“ Möglichkeiten, persönliche Daten auszuspähen mag bezweifelt werden. So bleibt dem einzelnen nur, sich genau zu informieren und auf datenhungrige Programme und Apps zu verzichten.

Die Faustregel lautet nun einmal, wenn eine App kostenlos ist, benutzt sie Eure Daten. Und Ihr gebt sie den Firmen freiwillig. Wer sich solchermaßen nicht um Datensicherheit kümmert, sollte sich später nicht beschweren.

Bildquelle: geralt / pixabay – Lizenz: CC0