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Die Gefahr durch Angriffe aus dem Netz wird größer

Cybercrime

Internetkriminalität hat Hochkonjunktur. Kein Wunder: Immer neue Geschäftsfelder im Internet werden entdeckt, mehr und mehr Geld wird online überwiesen, die Vernetzung durchdringt immer weitere Bereiche – das lockt Gauner an wie Motten das Licht. Spezialisten rechnen 2016 mit einer Verdoppelung der Netzattacken im Vergleich zu 2015. Sony, Twitter und Instagram, Dropbox oder der Deutsche Bundestag – laufend werden neue erfolgreiche Angriffe gemeldet. Es gibt so gut wie keine Daten, die vor Hackern 100-prozentig sicher sind.

Laut einer Eurobarometer-Studie fürchten 58 Prozent der deutschen Internetnutzer, dass ihre persönlichen Daten missbraucht werden könnten. Vor allem aber für Unternehmen werden Hacker-Angriffe immer mehr zu einem ernsthaften Problem.

Denn der finanzielle Schaden, der durch Cybercrime entsteht, steigt und steigt. In den USA lag 2015 nach Aussage einer Hewlett-Packard-Studie der Schaden für erfolgreich angegriffene Unternehmen bei über 15 Millionen US-Dollar. 2013 richteten die Angreifer im Durchschnitt einen Schaden von elf Millionen US-Dollar an. Interessanterweise sieht es in Deutschland etwas anders aus, hier ist der durchschnittliche Schaden sogar leicht zurückgegangen.

Der Informationsbedarf über Versicherungen gegen Datenklau wächst: Über die Hälfte der deutschen Unternehmen denkt über den Abschluss einer solchen Versicherung nach, knapp elf Prozent der befragten Unternehmen hat sich bereits entschieden und eine entsprechende Versicherung abgeschlossen.

Ganz sinnlos ist das wohl nicht: Die Studie von Hewlett-Packard zeigte, dass ausnahmslos alle befragten Unternehmen ihre Erfahrungen mit Viren oder Würmern, Trojanern oder Malware machen mussten.

Kleiner wird die Gefahr in Zukunft nicht werden.  Die Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab sagen voraus, dass mit der steigenden Vernetzung – Stichworte „Internet der Dinge“ und Industrie 4.0“ – natürlich auch die Zahl der Cybercrime-Angriffe zunehmen werden. Es ist klar, dass mit einer steigenden Zahl von Geräten, die mit dem Internet verbunden sind, das Risiko von ausnutzbaren Sicherheitslücken größer wird. Eine weltweite Untersuchung der Sicherheitsfirma bei über 220.000 Elementen industrieller Kontrollsysteme zeigte, dass 91,6 Prozent davon unsichere Internetprotokolle nutzen – ein offenes Tor für Angriffe aus dem Netz.

Allerdings sind häufig gar keine Hacker für die Cyberattacken verantwortlich. Eine weltweite IBM-Studie von 1.157 Vorfällen brachte das Ergebnis, dass 60 Prozent der Attacken, die auf Unternehmen zielen, von Angestellten oder Ex-Angestellten begangen werden – meistens mit Absicht, nur gut 15 Prozent aller Vorfälle lassen sich auf Anwenderfehler zurückführen.

Bildquelle: PeteLinforth / pixabay