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Die neuen Speicher: Helium-Festplatten

Bei der Helium-Festplatte ist im Gegensatz zu „normalen“ Festplatten das Gehäuse, in dem die Mechanik und Elektronik untergebracht ist, nicht mit Luft gefüllt, sondern hier kommt das Edelgas Helium zur Verwendung. Helium besitzt nur ein Siebtel der Dichte von Luft, daher verursacht die Füllung mit diesem Edelgas deutlich weniger Verwirbelungen und sorgt so für geringeren „Luft“-Wiederstand der drehenden Magnetscheiben und der hin und her fliegenden Schreib- und Leseköpfe. Durch diese „Entwirbelung“ konnte die Dicke der rotierenden Scheiben verringert werden, wodurch im normierten 3,5-Zoll-Gehäuse Platz für mehr Magnetplatten bleibt, was ein erhebliches Plus an Speicherplatz ergibt. Außerdem sinken dank geringerer Reibung und geringerem Widerstand Stromverbrauch und Betriebstemperatur.

Als erster Hersteller hat HGST (eine Tochter von Western Digital) Ende 2013 eine Heliumfestplatte mit einem Speichervermögen von 6 Terabyte auf den Markt gebracht. Konkurrent Seagate konterte im August 2014 mit einer Heliumfestplatte mit 8 TB. HGST will dieses Speichervermögen toppen und kündigte im September eine 10-Terabyte-Festplatte an. Diese benutzt die SMR-Technologie, wobei durch überlappende Spuren (ähnlich den Schindeln auf einem Dach) die Speicherkapazität erhöht wird.

Über den Preis der 10-Terabyte-Festplatte schweigt sich HGST noch aus, aber sie soll über das beste Preisverhältnis und den geringsten Energieverbrauch pro Gigabyte verfügen. Bei einer prognostizierten Energieeinsparung von immerhin 23% eignen sich die neuen Platten vor allem für Datencenter, die eine große Menge an Speichermedien im Einsatz haben.

Nicht ganz unproblematisch ist bei der neuen Technologie die Datenrettung, sollte es zu einem Datenverlust kommen. Kroll Ontrack hat erfolgreich den Datenrettungsprozess auf die veränderten Parameter der Helium-Atmosphäre und der sehr viel geringeren Abstände im Festplattengehäuse angepasst und ist inzwischen in der Lage, auch Daten von mit Helium gefüllten Festplatten zu retten.

Bildquelle: HGST