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Die Rolle des Magnetbands im modernen Rechenzentrum – Teil 2

Interview mit Christian Prella, Key Account Manager Tape Services bei Kroll Ontrack Böblingen

Christian_Prella

In unserem ersten Teil des Interviews mit Christian Prella haben wir erfahren vor welchen Herausforderungen Unternehmen und moderne Rechenzentren bei der Verwaltung ihrer alten Magnetbandbestände und Legacy Tapes stehen. Erfahren Sie jetzt wie Sie diese Probleme und Herausforderungen lösen.

Redaktion: Welche Möglichkeiten haben Unternehmen heutzutage Tape-Daten zu verwalten?

Prella: Eigentlich haben Unternehmen nur drei Alternativen: Erstens die Daten aufzubewahren und eine Archivierung auf unbestimmte Zeit durchzuführen. Die Folge davon ist, dass die Datenmengen immer weiter ansteigen und auch das Equipment funktional gehalten werden muss. Zweitens die Daten zu ignorieren. Das bedeutet, dass man zwar die Tapes weiter lagert, aber darauf verzichtet zu überprüfen, ob sie oder das Equipment funktioniert, wenn sie angefordert werden. Im Endeffekt spielt man hier volles Risiko. Die dritte Möglichkeit ist, dass man die Tapes und die Dateninhalte permanent überprüft, sie verwaltet und wenn die Aufbewahrungspflichten erloschen sind, sie sicher löscht bzw. ausmustert. Es leuchtet ein, dass eigentlich nur die dritte Möglichkeit die beste Sicherheit für eine Firma bietet. Aber in der Realität ist es häufig so, dass sie Option 1 oder 2 fahren, damit sie zunächst keinen großen Aufwand oder Kosten haben.

Redaktion: Wie sähe denn eine kostengünstige Lösung für die Verwaltung von Tape-Daten aus?

Prella:  Wir bei Kroll Ontrack haben schon seit langem das Problem mit Legacy-Daten und -Tapes erkannt. Seit einigen Wochen bieten wir mit dem Ontrack® DataAdvisor™ genau dafür eine passende Software-Lösung an. Mit unserer Lösung ist es endlich nicht mehr nötig die alte Tape Soft- und Hardware-Infrastruktur zu unterhalten. DataAdvisor™ ist ein weiterer wichtiger Baustein in unseren Tape-Services. Dabei handelt es sich beim DataAdvisor™ im Grunde um einen webbasierten Tape-Katalog mit dem die Inhalte der vorhandenen Magnetband-Bestände schnell und einfach angeschaut und durchsucht werden können. Im Falle einer dringenden Datenanforderung im Rahmen eines Rechtsstreits ein unschlagbarer Vorteil.

DA1 Redaktion: Wie läuft der Wiederherstellungsprozess mit dem DataAdvisor™ konkret ab?

Prella: Der Prozess, damit Unternehmen sich einen Überblick über den Inhalt ihrer Tapes machen und auf die Daten zugreifen zu können, umfasst nur 5 Schritte:

  1. Das Zur-Verfügung-Stellen oder Herstellen einer Katalogdatei der betreffenden Tapes. Bereits vorhandene Kataloge können einfach hochgeladen werden, während Tapes ohne Katalog von Kroll Ontrack katalogisiert werden können, um ein neues Verzeichnis zu erstellen. Alle neuen DataAdvisor™ Kataloge sind in der Weboberfläche der Lösung online einsehbar und lassen sich einfach durchsuchen und verwalten.
  2. Unsere Kunden können dann ihre Legacy-Daten online überprüfen und verwalten. Auf Grundlage der Prüfung kann dann eine Entscheidung getroffen werden, welche Bänder ausgemustert und welche weiterhin gelagert werden müssen.
  3. Die Tapes können beim Kunden, bei einem Drittanbieter oder bei Kroll Ontrack gelagert werden.
  4. Ausgemusterte Tapes werden sicher entsorgt.
  5. Der Zugriff auf und die Wiederherstellung von individuellen Daten z.B. E-Mails oder edb-Dateien, kann bei Kroll Ontrack angefordert werden. Die alte Legacy-Infrastruktur beim Kunden wird nicht mehr benötigt.

Redaktion: Das hört sich sehr gut an, aber wird das schon von Kunden eingesetzt?

Prella: Ja und zwar sehr erfolgreich. Ein Kunde hatte z.B. 400 Tivoli Magnetbänder in seinem Bestand und wollte sich mittelfristig von seiner Tivoli Umgebung trennen. Mit unseren Tape Services und dem DataAdvisor™ war es möglich sich innerhalb kürzester Zeit nicht nur von der Infrastruktur zu trennen, sondern gleich auch 300 Tapes zu entsorgen, deren Daten nach Durchsicht nicht mehr nützlich waren. Jetzt hat der Kunde nur noch 100 Tapes in seinem Bestand, deren Daten erst in vier Jahren verfallen. Während dieses verbleibenden Zeitraums werden so Daten von rund 30 Tapes jährlich on-Demand wiederhergestellt.

Redaktion: Und der Kunde hat die ganzen Sorgen mit fehlender oder defekter Soft- oder Hardware jetzt nicht mehr?

Prella: Ja genau. Die komplette Tivoli-Lösung konnte abgebaut werden und die jährlichen Lizenzen konnten ebenfalls komplett eingespart werden. Aber für die Mitarbeiter war das nicht der entscheidende Punkt: Sie waren heilfroh, dass sie sich nicht mehr um dieses Altsystem kümmern mussten, denn es „fraß“ eine Menge Zeit. Arbeitszeit, die jetzt sinnvoller in andere Projekte gesteckt werden kann.

Redaktion: Herr Prella, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Prella: Ich habe zu danken.