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Digitale Fotos: Wie Sie Ihre Arbeit oder Ihr Hobby schützen!

Die Wiederherstellung von digitalen Fotos ist eine der häufigsten Anfragen, die wir bei Kroll Ontrack bekommen. Einige von ihnen kommen von professionellen Fotografen, viele andere von Heimanwendern mit Hunderten von Bildern, die auf Smartphones und Tablets gespeichert sind. Warum sind Fotos so wichtig?

Für einen professionellen Fotograf bedeutet Fotos zu verlieren einen wirtschaftlichen Schaden, aber – vor allem – ein ernsthaftes Problem für seinen Ruf bei den Kunden (Wer will den Angehörigen erklären, dass es keine Hochzeitsfotos gibt? Wer erklärt dem Herausgeber dass die Reportage nicht erscheinen kann?) Für Privatanwender hingegen ist der Wert der Bilder in der Regel emotional und mit Orten oder Momenten in ihrem Leben verbunden, die oft nicht wiederholbar sind.

Egal, ob Sie ein professioneller Fotograf oder einfach nur ein Bilder-Liebhaber sind, lassen Sie uns erklären, welche Vorsichtsmaßnahmen Sie ergreifen können, um das Risiko eines Verlusts Ihrer kostbaren RAW oder JPEG Dateien zu reduzieren.

Spiegelreflex, spiegellose und kompakte Digitalkameras

Schritt 1: Speicherkarte

  1. Vorsicht bei Hardware-Ausfällen Digitale Fotos werden auf Speicherkarten, üblicherweise SD-Karten, gespeichert. Es ist eine gute Idee, etwas mehr Geld beim Kauf zu investieren, um eine qualitativ hochwertige SD Karte zu erwerben. Die Speicherkarte sollte immer in der Kamera verbleiben und, wenn sie entfernt wird, in der Hartplastik-Schutzhülle gelagert werden.
  2. Machen Sie eine Mischung aus Praktikabilität und Sicherheit – Die SD-Kartes ollte in der Lage sein, eine große Menge an Datenspeichern zu können… aber nicht zu viele! Zum Beispiel können zwei 16 GB-Karten eine bessere Wahl sein als eine 32 GB-Karte. Im Falle eines Problems mit einer Karte werden Sie wenigstens in der Lage sein, auf die gespeicherten Bilder der Zweiten zugreifen zu können.
  3. Wi-Fi SD Karten – Mit dieser Art von SD-Karten können Sie in Echtzeit Bilder von Ihrer Kamera auf Ihren PC übertragen (sozusagen eine Art Echtzeit-Backup). Zuerst müssen Sie allerdings überprüfen, ob eine solche Speicherkarte mit Ihrer digitalen Kamera kompatibel ist.
  4. Low-level Formatierung – Digitalkameras verfügen über die Möglichkeit eine Low-Level-Formatierung der Speicherkarte durchzuführen. Tun Sie dies in regelmäßigen Abständen aber prüfen Sie zunächst immer, ob Daten die sich darauf befinden noch behalten werden sollen.

Schritt 2: Fotos machen

  1. Schützen Sie Ihre Kamera – Schützen Sie Ihre Kamera vor Wasser, übermäßiger Feuchtigkeit, Hitze oder Kälte. Dieser Vorschlag ist noch wichtiger für diejenigen, die keine Kamera mit tropentauglichen Gehäusen besitzen. Extreme Wetterbedingungen können die Elektronik in der Kamera und auf der Speicherkarte beschädigen.
  2. Vermeiden Sie Stöße – Packen Sie die Kamera in einem Rucksack oder in eine spezielle Tasche, wenn sie nicht verwendet wird, um sie vor Stößen und Stürzen zu schützen.

Schritt 3: Laden Sie Ihre Fotos von Ihrer Kamera herunter

  1. Laden Sie die Fotos so schnell wie möglich auf Ihren PC – Lassen Sie Ihre Fotos nicht unnötig lange auf der SD-Karte, sondern laden Sie sie auf Ihren PC. Unterbrechen Sie nicht die Übertragung (es sei denn Sie nutzen die „Abbrechen-“Schaltfläche oder andere Möglichkeiten, die Ihnen durch Ihre eingesetzte Software angeboten wird), trennen Sie nicht das USB-Kabel während des Betriebs und entfernen Sie nicht die SD-Karte, wenn das Licht an der Kamera an ist.
  2. Kopieren Sie Ihre Fotos, verschieben Sie sie nicht – Ändern Sie gegebenenfalls die Einstellungen der Software, denn Sie müssen die Fotos auf Ihren PC kopieren und nicht verschieben oder ausschneiden. Wenn der Kopiervorgang abgeschlossen ist, prüfen Sie, ob die Fotos ohne Fehler geöffnet werden können und machen Sie eine Sicherung der Fotos auf einer zweiten Festplatte. Nun – wenn alles in Ordnung ist – können Sie prüfen, ob Sie den Inhalt der SD-Karte löschen möchten.

Schritt 4: Wählen Sie Ihre Backup-Strategie

  1. Kaufen Sie eine externe USB-0-Festplatte mit mindestens 1 TB – Nach dem Herunterladen der Bilder ist es Zeit ein Backup auf eine zweite Festplatte zu machen. Die einfachste Methode ist, eine externe Festplatte zu kaufen und die Fotos auf die zweite Platte zu kopieren. Es ist besser, eine große Festplatte zu kaufen, besonders wenn Sie Ihre Photos im RAW-Format aufnehmen (z.B. NEF, CR2, DNG, etc.). Wenn Sie ein Profi sind, sollten Sie mehrere Backup-Festplatten in Betracht ziehen. Vorausschauende professionelle Fotografen verwenden zwei externe Laufwerke in ihrem Studio und eine dritte Festplatte an einem anderen Ort (beispielsweise um sich vor dem Fall eines Brands oder Diebstahls zu schützen). Sie können Ihr Backup auch durch ein Multi-Festplatten NAS verwalten, aber auf jeden Fall sollte eine Kopie an einem anderen Ort gelagert werden.
  2. Cloud-Sicherung – Ein Backup in der „Wolke“kann ebenfalls eine Alternative sein,aber das Hauptproblem ist, mit welcher Geschwindigkeit das Hochladen großer Dateien möglich ist. (18 Megapixel Kameras erzeugen 20 bis 25 MB große RAW Dateien pro Foto.) Nicht alle Cloud-Dienste erlauben Ihnen, große Dateimengen auf einmal hochzuladen und bei leistungsschwachenVerbindungen kann es mehrere Stunden dauern, nur um ein paar hundert Megabyte in die Cloud zu verlagern.

Das Verwalten von Fotos, die mit mobilen Geräten aufgenommen wurden, kann einfacher sein. Smartphones und Tablets verwenden keine Raw-Formate und die Sensorauflösung ist kleiner, so dass die Größe (MB / GB) der Fotos in der Regel geringer ist.

Dennoch können die Fotos, die mit diesen Geräten gemacht werden, sowohl für professionelle als auch für Hobby-Fotografen nützlich sein. Deshalb hier unser Rat für:

Smartphone und Tablets

  1. Sichern Sie die Fotos auf einem PC – Verbinden Sie in regelmäßigen Abständen Ihr Smartphone oder Tablet mit Ihrem Computer und führen Sie eine Sicherungskopie des Inhalts mit der entsprechenden Anwendung durch (z.B. iTunes für Apple Geräte und die Programme, die Ihnen von den verschiedenen Herstellern für Ihr Android-Gerät zur Verfügung gestellt wurden). Wenn der Speicher, in dem die Fotos liegen (interner Speicher oder zusätzliche Speicherkarte) von Ihrem PC aus direkt zugänglich ist, können Sie eine Kopie der Ordner mit den Dateien auf der Festplatte Ihres PCs erstellen. Denken Sie allerdings daran eine zusätzliche Kopie auf einer zweiten Festplatte zu erstellen.
  2. Cloud App – Cloud-Anwendungen werden bereits häufig in Smartphones und Tablets Um Ihre Fotos zu schützen, können Sie z.B. iCloud auf iOS nutzen. Oder bei Android-Geräten können Sie sich z.B. auf Anwendungen wie DropBox, Microsoft Onedrive, Google Drive, Amazon Cloud Drive Fotos und andere verlassen. Denken Sie daran, sich mit einem Wi-Fi-Netzwerk zu verbinden, wenn es erforderlich ist, eine größere Menge an Daten zu übertragen.

Wenn Sie also unsere Hinweise beherzigen sollten Sie in der Lage sein, das Risiko eines Verlusts Ihrer wertvollen Fotos drastisch zu reduzieren. Wenn das einmal nicht genug war – im Falle eines Datenverlusts durch logische Probleme, wie beispielsweise das versehentliche Löschen / Formatieren oder eine Beschädigung des Dateisystems auf Ihrer SD-Karte – können Sie auch eine DIY (Do-It-Yourself) Wiederherstellung mit der Ontrack Easyrecovery-Software versuchen.   (Eine kostenlose Testversion finden Sie hier…)

Wenn Ontrack Easyrecovery Ihnen nicht die gewünschten Ergebnisse bringt oder wenn das Speichermedium einen Hardware-Fehler hat, haben Sie immer noch die Möglichkeit, Kroll Ontrack für einen Datenrettungs-Service in unseren Laboren zu kontaktieren.

Bildquelle: Pressestelle Canon Italien (canon.it)