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Effektive Datenlöschung von SSDs ist Pflicht

Viele Leute glauben, dass es ausreicht, Dateien von HHDs oder SSDs zu löschen, um sie zu vernichten. Leider ist das nicht der Fall. Wenn eine Datei von einer Festplatte gelöscht wird, ist sie trotzdem noch da, sie kann lediglich nicht vom Betriebssystem gesehen werden. Auch eine Formatierung der Festplatte entfernt die Daten nicht vollständig. Das hat zur Folge, dass eine große Menge an Daten unfreiwillig an die Öffentlichkeit und so auch in die Hände von Betrügern gelangen kann.

Laut einer englischen Studie, die von einem Universitätsteams durchgeführt wurde, enthalten 34 Prozent der weggeworfenen Festplatten vertrauliche Daten. Die Forscher kauften 300 wiederaufbereitete Festplatten und entdeckten dort streng vertrauliche Informationen, von Krankenhausakten bis zu geheimen Militärdaten. Eine Festplatte enthielt sogar Mitarbeiterinformationen eines größeren Unternehmens, einschließlich Arbeitsverträge und Sozialversicherungsnummern.

Eine BBC-Reportage deckte auf, wie Betrüger Internetbankingdaten auf wiederaufbereiteten PCs, die von England nach Afrika geschickt wurden, finden konnten. Sie verkauften die persönlichen Bankdaten tausender Briten für unter £20 pro Stück.

Um solche ernsthaften Sicherheitslücken zu vermeiden, müssen Unternehmen eine effektive Datenvernichtungs- und -entsorgungspolitik umsetzen, die klar bestimmt, dass verschiedene Datenträger verschiedene Techniken der Datenentsorgung verlangen.
Mit HDDs werden Daten magnetisch gespeichert, während Daten mit SSDs elektronisch geschrieben werden. Daher benötigen beide Datenträger unterschiedliche Methoden, um Daten freizulegen und zu löschen. Softwarebasiertes Löschen ist die übliche Methode, um funktionstüchtige HDDs zu zerstören. Bei diesem Prozess wird kontinuierlich ein Muster von Daten für jeden Sektor der Festplatte geschrieben. So werden die ursprünglichen Daten überschrieben und sind nicht wiederherstellbar, während die Festplatte funktionstüchtig bleibt. Was nicht funktionsfähige HDDs betrifft, so können die Daten immer noch von Leuten mit einschlägigen Absichten und den nötigen IT-Kenntnissen wiederhergestellt werden. Um in diesen Fällen Datensicherheit zu gewährleisten, muss die Hardware mit einer Entmagnetisierungsgerät wie einem Degausser zerstört werden.

Der beste Weg, Daten von SSD zu entfernen ist die physikalische Zerstörung des Datenträgers. Das beinhaltet typischerweise das Schreddern des Datenträgers in kleine Stücke, so dass kein einziger Chip intakt bleibt. Wenn beim Schreddern ein Chip nicht vernichtet wird, können dessen Daten – unter einigem Aufwand allerdings – immer noch wiederherstellt werden. Deswegen muss auf eine komplette Zerstörung geachtet werden.

Die Erstellung eines Datenvernichtungs- und -entsorgungsplans ist die beste Art, Sicherheitslücken zu vermeiden und Daten zu schützen.