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Er weiß zu viel…

Wenn im Fernsehkrimi ein Computer beschlagnahmt wird, ist das Passwort in Windeseile geknackt und den Fahndern präsentiert sich die wichtigste Spur zur Lösung des Falles. In der Wirklichkeit ist eine forensische Untersuchung sehr viel aufwendiger, vor allem, wenn es um Computer oder Festplatten von richtig „schweren Jungs“ geht. Anders bei Otto Normalverbraucher: Ein Profi der Computer-Forensik benötigt nicht viel Zeit, um Namen des Besitzers eines PCs heraus zu finden. Auch der des Lebenspartners ist normalerweise schnell erkannt, Arbeitskontakte und Mobilfunknummern genauso wie sensible Zugangsdaten.

Auch engagierte Laien können sich mit speziellen Softwaresammlungen in die Tiefen des PCs begeben. So kann der Verlauf der gängigsten Browser durchsucht und die Anzahl der Abrufe ausgewertet werden. Man findet Werkzeuge zum Auslesen der Passwörter – vom Windows-Passwort bis zu den Zugangsdaten für die E-Mail-Konten.

Aber es gibt auch Informationen, von denen die meisten Nutzer nicht wissen, dass ihr Computer diese speichert. Ab Version 7 protokolliert Windows beispielsweise, wann Dateien geöffnet werden – um die Liste der zuletzt bearbeiteten Dokumente darstellen zu können. Diese Listen können mehrere tausend Einträge enthalten – auch von Dateien mit sehr aussagekräftigen Namen, die längst gelöscht wurden, aber mit Hilfe eines Programms zur Datenrettung wieder hergestellt werden können.

Die eigenen Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen ist fast aufwendiger, als sie aus dem Computer heraus zu kitzeln. Der erste und wichtigste Schritt: Das Zugangspasswort so sicher (sprich: komplex) wie möglich zu halten. Nicht nur bei einem Laptop, der auch in der Firma zum Einsatz kommt, sondern auch bei rein privat genutzten Computern empfiehlt sich die Verschlüsselung von Daten zu nutzen. Windows bietet in den Professional-Varianten eine Verschlüsselungs-Möglichkeit, besser aber sind spezielle Tools (eine Auswahl finden Sie hier). Diese Programme erstellen auf der Festplatte einen verschlüsselten Datei-Container, in dem sich die zu schützenden Dateien verstecken können. Wer keinen Schlüssel hat, sieht nicht, was sich in dem Container befindet.

Wer PC, Tablet und Co. verkaufen will, muss wissen, dass die Daten, die von der Festplatte gelöscht wurden, noch lange nicht verschwunden sind. Das komplette Überschreiben der Festplatte ist heutzutage eine Möglichkeit (bei älteren Festplatten genügte das nicht). Für Profis (Hacker oder Datenretter) ist aber auch das nicht unbedingt ein Hinderungsgrund, an Daten zu gelangen. Daher werden heutzutage viele gebrauchte PCs ohne Festplatte angeboten.

Verlässlich gelöscht werden Daten nur durch Profi-Tools wie den Ontrack Eraser.