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Falsche Microsoft-Mitarbeiter

Ransomware

Über Ransomware und die Geiselnahme von Daten haben wir schon berichtet. Eine weitere Spielart: Betrüger geben sich telefonisch als Microsoft-Mitarbeiter aus und versuchen so, einen Fernzugriff auf Computer zu bekommen. Sobald der gutgläubige Inhaber des PC dem Anrufer die Möglichkeit eines Remote-Zugriffs einräumt spielt dieser umgehend ein Schadprogramm (Ransomware) auf. Dieses Programm verschlüsselt sämtliche Daten auf der Festplatte.

Sollten Sie einen Anruf (häufig mit unterdrückter Rufnummer) bekommen, bei dem Ihnen mitgeteilt wird, dass sich auf Ihrem Rechner eine große Zahl an Viren und Trojanern tummeln, legen Sie bitte einfach auf. Denn im nächsten Zug will der angebliche Microsoft-Mitarbeiter sich das Innenleben ihres PCs etwas genauer anschauen. Wenn Sie nun den Remote-Zugriff über Windows einrichten, sind Sie der Gelackmeierte – ihre Daten werden blitzschnell verschlüsselt und sind für Sie nicht mehr zugänglich. Die Forderung: zahlen Sie 500 €, dann kommen Sie wieder an Ihre Daten. Leider ist die Zahlung (meist in Form von nicht zurück verfolgbaren Bitcoins) in den meisten Fällen umsonst, die Daten bleiben verschlüsselt.

Immer wieder versuchen Cybergangster leichtgläubige PC-Nutzer zum Anlegen eines Fernzugriffs (was seit Windows 7 leicht zu bewerkstelligen ist) zu bewegen – manchmal gibt man sich hierzu auch als Telekom-Mitarbeiter aus. Der gesunde Menschenverstand sollte eigentlich genügen, ein solches Ansinnen abzulehnen, Unbekannte am Telefon haben auf Ihrem Rechner nichts zu suchen.

Sollten Sie dennoch einem solchen Betrüger auf den Leim gehen, sich aber doch Gedanken machen, ob alles mit rechten Dingen zugeht, kappen Sie umgehend den Internetzugang – oder ziehen Sie den Stecker Ihres PCs aus der Steckdose. Damit können Sie unter Umständen (wenn Sie schnell genug sind) Ihre Daten retten. Denn sind Ihre Daten von den Kriminellen verschlüsselt, hilft Ihnen nur ein zeitnahes Backup. Selbst die besten Datenretter sind im Regelfall nicht in der Lage, Ihnen Ihre Daten wieder zu beschaffen.

Bildquelle: seografika / pixabay