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Fog Computing: Ein Leben am Rand

Wir leben in einer vernetzten Welt, in der wir Geräte wie Türschlösser, Thermostate, Sprinkleranlagen, Kameras und Lichter steuern können – dank unserer mobilen Geräte und Kraft der Cloud. Wir haben „die Wolke“ schon im Detail besprochen, aber einfach gesagt, sie erlaubt uns, auf Daten zuzugreifen und Daten über das Internet zu speichern, anstatt lokale Speicher und Computer zu verwenden. Für viele Dinge ist die Cloud ideal. Sie spart Kosten bei physischen Ressourcen, sorgt für Effizienz und ist flexibel, aber sie hat ihre Grenzen und zwar da, wo Fog-Computing ins Spiel kommt.

Fog-Computing existiert am Rand des Netzwerks als eine Erweiterung der Cloud oder, aus einer Diagrammperspektive, näher am Boden (genau wie der eigentliche Nebel), zwischen der Wolke und dem Benutzer. Durch die Verwendung von „Randgeräten“ wie Routern, Switches, integrierten Zugriffsgeräten (IADs) – grundsätzlich jedes Netzwerkgerät, das ein internes lokales Netzwerk (LAN) mit einem externen WAN (Wide Area Network) verbindet – ermöglicht Fog-Computing Unterstützung  für eine schnellere Konnektivität und bessere Mobilität, weniger Nachfrage nach Bandbreite (Daten werden an bestimmten Punkten aggregiert, anstatt über Cloud-Kanäle zu senden) und ein sichereres Netzwerk.Fog computing(Image from IoT Labs)

Im Gegensatz dazu kommt es beim Senden von Daten von und zur Cloud zu Latenz- und Sicherheitsproblemen und zu begrenzter Bandbreite, je mehr Knoten dem Netzwerk hinzugefügt werden. Und das alles, obwohl eine schnelle Internetverbindung benötigt wird.

Fog-Computing ist ideal in Situationen, in denen sich das Senden von Daten an die Cloud für die Verarbeitung und Analyse negativ auf die Leistung auswirken würde und wo die Verbindung und die Konnektivität intermittierend ist, wie z.B. in ländlichen Gebieten. Eines der besten Anwendungsfälle für Cloud Computing kommt aus der Automobilindustrie. Laut einem Bericht von ON World wird erwartet, dass bis 2025 300 Millionen vernetzte Fahrzeuge auf der Straße sein werden. Diese Fahrzeuge werden eine Reihe von Sensoren und automatisierte Systeme für alle Möglichkeiten von Selbstfahr-/Selbstpark-Diensten bis hin zu Infotainment- und Verkehrs- / Wetteralarmen nutzen. Es wäre nicht möglich, die Datenmenge, die diese Systeme erzeugen, in die Cloud zu senden.

Weitere Anwendungen für Fog-Computing sind die Reduzierung von Verkehrsstaus, Drohnen-Auslieferung, Videoüberwachung, intelligente Gebäude und geologische Bodenschicht-Darstellungen mittels Untergrund-Imaging – also alle jene, die Echtzeit-Daten erfordern. Durch die Möglichkeit, mehrere Industriebranchen und Anwendungen über das Netzwerk zu unterstützen, werden Systeme flexibler, kostengünstiger, sicherer und skalierbarer. Und deshalb ist Fog-Computing die erste Wahl für die Überbrückung der Lücke zwischen IoT-Geräten und der Cloud.

Bildnachweis: pexels.com/ CC0 license/