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Gefährliche Adware und was zu tun ist, wenn man infiziert wurde

Adware

Der Begriff Adware entstand aus der Zusammenziehung der Begriffe advertisement (Werbung) und Software. Adware fällt unter den Oberbegriff Malware und ist in erster Linie nicht gefährlich aber ausgesprochen lästig, da die Software die Startseite des Browsers ändern kann, unerwünschte Werbung auf den Bildschirm bringt oder eine neue Toolbar installiert. Wenn Sie durch immer neue aufpoppende Werbefenster genervt werden, haben Sie sich höchstwahrscheinlich eines dieser Programme eingefangen.

Sehr unangenehm wird Adware, wenn beim Surfen oder arbeiten im Internet mehr und mehr Browserfenster mit ungewollten (Werbe-)Inhalten lädt – wenn es Sex- oder Glücksspielseiten sind, kann es peinlich werden. Vor allem dann, wenn einem der Lebensgefährte oder der Chef gerade über die Schulter blickt, und sich beim Schließen der Browserfenster eine ganze Armada neuer (möglicherweise noch unschönere) öffnet.

Gefährlich kann es werden, wenn in den aufpoppenden Browserfenstern Seiten mit verseuchtem Code auftauchen. Man merkt es nicht und hat gleich noch ein paar weitere Schadprogramme auf dem Rechner – und das können dann Trojaner zur Fernabfrage oder -steuerung des Rechners sein oder die inzwischen häufige Ransomware (Programme, die Daten verschlüsseln und Lösegeld verlangen).     

Wie kommt ein solches Schadprogramm auf meinen Rechner?

Wer sich mit Adware herumschlagen muss, ist meistens selbst schuld. Viele freie Software wird inzwischen mit dieser zusätzlichen Software ausgeliefert. Wer das Programm installiert ohne sich um die dabei auftauchenden Fenster zu kümmern bekommt beispielsweise bei Adobes Flash-Player ein kostenloses McAfee Sicherheitsprogram mitgeliefert – das entsprechende Kontrollfeld ist per default angekreuzt. Also Augen auf: nicht immer wird ein solches unerwünschtes Beiprogramm so klar und sichtbar präsentiert wie bei Adobe. Manchmal ist das Häkchen etwas versteckt, man muss genau hinschauen – und die Hinweise während der Installation lesen. Die sogenannte „Standardinstallation“ ist bei solchen Programm nicht empfehlenswert. Wählen Sie daher immer die „benutzerdefinierte Installation“.

Adware (oder andere Schadprogramme) bekommt man häufig untergeschoben, wenn man sich auf dubiosen Seiten mit Cracks oder Schlüsselwortgeneratoren (keygen) versorgen will, um so kostenpflichtige Software ohne finanziellen Einsatz lauffähig zu machen. Startet man einen solchen Generator wird im Hintergrund der Download aktiv und schon ist der Rechner verwanzt.

Aber auch echte Spionagesoftware kann im Schlepptau von Adware auf dem PC auftauchen. Und das quasi ab Werk. So hatte der Computer-Hersteller Lenovo monatelang neue Laptops mit der Adware „Superfish Visual Discovery“ ausgeliefert. Dieses Tool beinhaltete eine Schwachstelle, über die Kriminelle einen Man-in-the-Middle-Angriff starten und sich unbemerkt in die Kommunikation zwischen zwei Rechnern einklinken konnten.

Wie kann ich ein solches Schadprogramm löschen?

Wer sich Adware eingefangen hat, muss sich unter Umständen mit großen Problemen herumschlagen. Häufig ist die Deinstallation alles andere als trivial und für den Laien kaum möglich – was vom Verbreiter des Schadprogramms auch gewünscht ist. Glück hat, wer sein System so eingestellt hat, dass automatisch (und häufig) Wiederherstellungspunkte angelegt werden. Ein solches Systemabbild kann einfach angewählt werden, dann wird der Rechner auf einen Zustand vor der Infektion zurückgesetzt – wobei nach diesem Zeitpunkt geänderte oder neu gespeicherte Daten natürlich fehlen. Ein Restore mit Hilfe eines zeitnahen Backups ist eine weitere Möglichkeit – oder das Neuaufsetzen des gesamten Systems, wobei allerdings alle Daten gelöscht werden.

Der Schaden durch Adware kann auch durch andere Maßnahmen minimiert und weiterer Verseuchung vorgebeugt werden – sofern man schnell reagiert. Zuallererst sollte man über die Systemsteuerung die installierten Programme auflisten lassen. Was nicht hierher gehört sollte weg. Ein Tipp: sortieren Sie die Liste durch einen Klick auf den Reiter „installiert am“.

Dann sehen Sie sich die Erweiterungen und Plug-Ins Ihrer benutzten Browser an. Bei Firefox klicken Sie dazu auf das Menüsymbol (die drei horizontalen Linien) und dann auf „Add-Ons“. In der Liste unter dem Navigationspunkt „Erweiterungen“ können Sie unerwünschte Zusätze löschen – oder zumindest deaktivieren. Wiederholen Sie den Vorgang unter dem Navigationspunkt „Plugins“.

Im Internet Explorer finden Sie die Add-Ons unter dem Zahnradsymbol (Add-Ons verwalten).

Bei Chrome finden Sie die Erweiterung ebenfalls unter dem Menüsymbol mit den drei Linien.

Wer nach diesen Maßnahmen immer noch von seltsamen Werbeeinblendungen, Toolbars oder Schlimmerem genervt wird, sollte sich an einen Fachmann wenden. Hilfreich kann auch eine Anfrage bei einem professionellen Datenretter sein – Kroll Ontrack beispielsweise hilft auch in Fällen von Datenverlust durch Adware.

Adware-Screenshot bet365.com