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Gefährliche Weihnachtsgeschenke

Gefährliche Weihnachtsgeschenke

Durch Wirtschaftsspionage entsteht in Deutschland ein Schaden von mehr als 50 Millionen Euro pro Jahr. Nicht nur große Konzerne werden von Spionen anvisiert, auch mittelständische Unternehmen liegen im Focus der Kriminellen. Nach einer aktuellen Bitkom-Studie ist bereits jedes zweite deutsche Unternehmen ein Opfer von Datendieben geworden.

Werbegeschenke in der Weihnachtszeit sind in vielen Unternehmen Usus, kann man sich doch so auf nette Art für erfolgreiche Geschäftsbeziehungen bedanken. Allerdings sollte man bei manchen Geschenken etwas genauer hinsehen, es könnte sein, dass die kleine Aufmerksamkeit gar nicht nett gemeint ist, sondern der Vorbereitung eines Spionageangriffs dient. So wurden schon Wanzen in teuren Kugelschreiber entdeckt, oder eine Designer-Kaffeekanne, mit der ein Lauschangriff gestartet werden sollte. Auch USB-Sticks und MP3-Player sind als Weihnachtsgeschenk gerne gesehen – und daher beliebt bei Hackern, die über diese Geräte Schadprogramme auf Computer laden könnten.

Heutzutage sind es nicht nur professionelle Spione und Hacker, die durch Spähangriffe auf der Suche nach interessanten Geschäftsinformationen sind. Mehr und mehr kleine und mittelständische Unternehmen bespitzeln sich gegenseitig. Und gerade für diese Unternehmen kann ein Datenleck zur existenzbedrohlichen Krise werden. Zumindest ist bei Bekanntwerden eines digitalen Einbruchs mit nachhaltigem Vertrauensverlust zu rechnen.

Der Mensch ist und bleibt die größte Gefahr für die Sicherheit sensibler Daten. Geschenke werden gerne angenommen, eine damit verbundene Gefahr wird in den meisten Fällen nicht vermutet. Der neue USB-Stick wird in den Rechner am Arbeitsplatz eingesteckt – schon ist ein ahnungsloser Mitarbeiter zum Mithelfer bei einer Straftat geworden. Da auch viele Verantwortliche die Bedrohung durch digitale Wirtschaftsspionage unterschätzen ist Aufklärung die wichtigste Maßnahme gegen Datenklau. Zwar sind Firewalls und Antivirenprogramme inzwischen so gut wie überall vorhanden, aber die Hacker sind gewieft, und nicht alle Sicherheitsvorkehrungen auf dem neuesten Stand. Bestenfalls verzichtet man darauf, digitale Weihnachtsgeschenke im Unternehmen zu verwenden.

Bildquelle: Matthias Ripp / flickr – Lizenz: CC2