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Genetisches Speichermaterial

DNA Speicher

Schon seit längerer Zeit wird am ursprünglichsten aller Datenspeicher geforscht: der DNA. Seit 2,5 Milliarden benutzt die Natur die aus Aminosäuren aufgebauten Gene, um die Erbinformationen aller Lebewesen – ob Tier, ob Pflanze – zu speichern. Mehr noch: Die Informationen werden bei der Teilung der Zelle eins zu eins dupliziert. Sollte doch einmal etwas schief gehen, sind sogar einige Reparaturmechanismen vorhanden, die dafür sorgen, dass fehlerhafte DNA-Stellen korrigiert werden.

Die Forschung am Erbgut ist aufwendig und nicht billig: Vor 15 Jahren kostete das Auslesen der gesamten Erbinformation eines Menschen noch knapp 100 Millionen Dollar. Aber die technische Entwicklung hat dafür gesorgt, dass der heutige Preis bei knapp 1000 Dollar liegt.

Microsoft hat nun eine neue Rekordmarke gesetzt: Es gelang den Forschern des Konzerns, in einem Schwung 200 Megabyte (MB) an Daten auf DNA zu schreiben. 200 MB – das klingt nach wenig. Allerdings betrug das Speichervolumen der 3,5 Zoll-Diskette, die in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts der meistgenutzte mobile Datenspeicher war, nur 1,4 MB.

Der Prozess, mit dem die amerikanischen Forscher arbeiten, ist kompliziert und noch sehr teuer. Aber Karin Strauss, die das Microsoft- Projekt (an dem auch die University of Washington beteiligt ist), leitet, ist sich sicher, dass die Kosten für das Schreiben und Auslesen von Daten auf DNA rapide sinken werden.

Das Marktforschungsunternehmens IDC prognostiziert fürs Jahr 2017 eine weltweite Daten-Speichermenge von 16 Billionen Gigabyte. Magnetische Datenträger werden wohl bald nicht mehr ausreichen, um die Datenflut zu bewältigen – die schiere Größe der nötigen Speichereinheiten wird zum Problem. Dagegen benötigen die DNA-Speicher nur minimalen Platz: Für die Speicherkapazität von 100 riesigen Rechenzentren würde das neue Medium nur den Raum benötigen, den eine normale Autobatterie einnimmt.

Die automatische Verdoppelung (natürliches Backup) mit funktionierender Fehlerkorrektur wird aber wohl Fiktion bleiben.

Bildquelle: fdecomite / flickr – Lizenz: CC2