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Gesten im Raum

Fast jeder macht es heutzutage: Wischen, Finger spreizen, tappen… Bildschirmgesten sind nicht mehr wegzudenken. Aber wie sieht die Zukunft aus?

Apple hat einen optischen Sensor schützen lassen, der Gesten in einem definierten dreidimensionalen Raum erkennen soll. So kann ein MAC-Nutzer vor seinem Bildschirm sitzen und sein Gerät durch bestimmte Handbewegungen berührungsfrei steuern.

Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wollte zeigen, dass der Gestensteuerung die Zukunft gehört. Den dortigen Innovationspreis bekam ein Ring, „Logbar“ genannt. Dieser Ring ist eine neuartige Schnittstelle und kann erkennen, ob die Hand, die ihn trägt, den Fernseher anschalten oder das Licht dimmen will. Aber Logbar kann noch mehr: Auch zum schreiben von Nachrichten in der Luft dient der Ring – und versenden kann man sie auch damit.

Man nimmt an, dass es für viele Menschen einfacher ist, intuitiv das Gestikulieren zu erlernen, als kryptische Befehle zu benutzen oder auf unverständlichen Buttons herumzudrücken. Der Mensch kann sich an eine Geste schnell erinnern, er lernt die Befehle leichter, als das mit Bildschirmgeräten möglich wäre.

Als eines der ersten hat das israelische Unternehmen eyeSight ein System (Onecue) entwickelt, das ermöglicht, Haushaltsgeräte oder Raumtemperatur und Licht mit Gesten zu steuern. Dazu wird ein Infrarot-Controller eingesetzt, der Bewegungen erkennen und verarbeiten kann. Bisher funktioniert das schon mit Nest-Thermostaten, entsprechenden Philips-Glühbirnen, Apple TV und der Xbox.

Auch die Autoindustrie arbeitet am gestengesteuerten KFZ, wie auf der CES zu sehen war. VWs Vision ist ein Cockpit ohne Schalter – immerhin, das Schiebedach im vorgestellten Golf Touch funktioniert schon mit einer Handbewegung. Und bei BMW kann per Gestensteuerung das Telefon und das Radio angesprochen werden. Mercedes dagegen ist (wie auch Audi) mehr am selbständig fahrenden Auto interessiert – und verpasste der neuen S-Klasse mehr als einhundert Knöpfe und Schalter in Fahrerreichweite.

Bildquelle: Nemo / pixabay