Go to Top

Glaubenskrieg ums Home Office

2220_001Bei Google gibt es sie nicht und Yahoo will sie abschaffen: die Teleheimarbeit, neudeutsch Home Office genannt. Etliche andere Firmen aus der IT-Branche tun es ihnen gleich.

Was spricht für, was spricht gegen das Arbeiten von zu Hause?
Wer an einem Arbeitsplatz sitzt, der sich in einer lauten Umgebung befindet, wird kaum so konzentriert arbeiten können, wie er es daheim im ruhigen Arbeitszimmer kann. Wer aber zu Hause eine Schar Kinder um sich hat, wird nicht so viel leisten können wie an einem ruhigen Arbeitsplatz in der Firma. Im Büro läuft die Arbeit durch firmeninterne Strukturen meist in geregelten Bahnen ab, während man sich im Home Office selbst strukturieren muss, um die Arbeitszeit vernünftig einzuteilen. Allerdings ist die Motivation generell höher, wenn man sich die Arbeitsumstände selbst aussuchen kann.

Im Homeoffice wird mehr gearbeitet

Eine US-Studie hat herausgefunden, dass im Home Office mehr gearbeitet wird als im Büro – fünf bis sieben Stunden pro Woche.

Was daheim allerdings fehlt, sind die Gespräche mit Mitarbeitern. Die sind manchmal zwar unnötig oder gar lästig, zufällige Treffen an der Kaffeemaschine haben aber auch schon den einen oder anderen Innovationsschub für die Firma gebracht. Was auch der Grund sein dürfte, warum Marissa Mayer, die von Google zu Yahoo kam, die Anwesenheitspflicht wieder einführen will. Ein Team arbeitet eben immer dann am besten, wenn alle Mitglieder dabei sind.

Problematisch kann auch sein, dass die Trennung von Privatem und Geschäftlichem nicht so einfach ist. Arbeit und Freizeit werden vermischt, wodurch sich Konflikte zwischen Job und Familie verstärken können.

Eine weitere Problematik bilden die Arbeitsgeräte wie Computer oder Smartphone – das gilt allerdings für beide Arbeitsplätze. Der Trend zu „bring-your-own-device“ (BYOD) birgt einige Risiken in sich. Manche Firmen verlangen die Installation beliebiger Apps. Das Monitoring des Arbeitnehmers und die Feststellung des Aufenthaltsorts mit Hilfe von GPS-Daten ist problemlos möglich. Manchmal müssen Programme installiert werden, die sämtliche Daten löschen, wenn das elektronische Gerät verloren geht oder gestohlen wird. Regelmäßige Backups sollten dann eigentlich selbstverständlich sein, sonst kann es passieren, das die privaten Fotos, Dokumente und Kontaktdaten von fremder Hand entsorgt werden.