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Happy birthday HDD

Festplatten

Als IBM im Jahr 1956 einen Speicherschrank mit 50 rotierenden Aluminiumplatten vorstellte, konnte niemand ahnen, dass auch noch 60 Jahre später mit dieser Technik ein großer Teil aller Speichermedien betrieben wird: Auf den magnetisierten Metallscheiben werden mit Hilfe von Schreib/Leseköpfen berührungsfrei Daten geschrieben und wieder ausgelesen.

Die „350 Disk Storage Unit“ hatte eine Speicherkapazität von 4,375 Megabyte und wog eine Tonne. Sie diente als Massenspeicher für den »IBM 305 RAMAC« und war nur als Leasinggerät zu haben – der Erstkunde Chrysler bezahlte 3200 $ pro Monat (was heute etwa 27000 $ entspräche). Die Zugriffszeit auf die mit 1.200 Umdrehungen pro Minute rotierenden 24-Zoll-Scheiben betrug für damalige Zeiten sagenhafte 600 Millisekunden – das war praktisch sofort. Bis dahin waren Daten auf Lochkarten oder Bandlaufwerken gespeichert, über Zugriffszeiten wurde nicht geredet.

Im Laufe der Jahre wurde die Festplatte kleiner, die Datendichte erhöhte sich und die Rotationsgeschwindigkeit der Scheiben nahm immer weiter zu. Heutige Zugriffszeiten von magnetischen Festplatten liegen bei unter 10 Millisekunden und die Speicherkapazität liegt im Terabyte-Bereich. Die Rotationsgeschwindigkeit der Scheiben ist mit möglichen 15000 Umdrehungen pro Minute an der wirtschaftlich sinnvollen Grenze angelangt, üblich ist etwa die Hälfte.

1991 kam der größte Konkurrent der magnetischen Speicherscheiben auf den Markt: der Flash-Speicher, SSD genannt. In der Größe der HDD genau gleich, ist das Innenleben doch völlig verschieden. Die SSD hat keine beweglichen Teile, wodurch die Zugriffszeiten auf ¼ Millisekunde zurückgingen. Gegen äußere Einflüsse wie Schläge, Hitze oder Kälte ist der elektronische Speicher viel unempfindlicher, die Preise sind allerdings immer noch sehr viel höher. Und die Lebensdauer einer SSD ist (noch) geringer als die einer HDD, da sich die Flash-Speicherzellen „abnutzen.

Man kann davon ausgehen, dass für reinen Speichergebrauch auch nach 60 Jahren die HDD noch lange die erste Wahl ist, während die schnellen Flash-Speicher bei zugriffsintensiven Arbeitsprozessen die gute alte Drehscheibe verdrängen wird.

Bildquelle: Paul R. Potts / wikimedia – Lizenz: CC3