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Highspeed-Internet für alle

Laser-Datenübertragung - (C) DLR/Bernd Müller

Schnelles Internet ist auch in Deutschland noch nicht überall verfügbar. Wenn Firmen an regnerischen Tagen keine Daten verschicken können, weil alle Jugendlichen des Dorfes sich im Internet vergnügen, ist das ein schwerwiegendes Manko. Glasfaserverbindungen und andere erdgebundene Systeme bieten zwar die nötigen hohen Übertragungsgeschwindigkeiten, sind in weniger dicht besiedelten Regionen jedoch häufig nicht verfügbar. Für solche strukturschawachen Gebiete bietet sich der Internetzugang über geostationäre Satelliten an, eine Technik, die momentan noch teuer und leistungsschwach ist.

Um im Bereich der Internetnutzung über Satellit bessere Leistungswerte zu erreichen, forscht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Bereich der Datenübertragen per Laserlicht. In Oberbayern hat jetzt ein Versuch stattgefunden, bei dem zwei Weltrekorde fielen. Wissenschaftler des (DLR) konnten per Laser eine Datenübertragungsrate von 1,72 Terabit pro Sekunde (Tbit/s) über eine Distanz von drei Kilometern – zwischen Oberpfaffenhofen und Hochstadt – erreichen. Im der Folge testeten sie erfolgreich eine Verbindung zwischen Weilheim und dem Hohenpeißenberg – 10,45 Kilometer weit. Die 10 Kilometer-Marke ist deshalb wichtig, weil eine Laser-Datenverbindung über Satellit im schlimmsten Fall mit Störungen zurechtkommen muss, wie sie am Boden bei einer Übertragung auf diese Entfernung nicht unüblich sind.

Nach den Erfolgen liegt jetzt das Hauptaugenmerk der Wissenschaftler auf der Stabilität der Verbindung, denn bei der jetzt erreichten Datenübertragungsgeschwindigkeit bedeutet ein Ausfall von nur 10 Millisekunden den Verlust von einigen Gigabit an Daten.

Bis eine langfristig stabile Laserkommunikation zu Satelliten aufgebaut sein wird, werden zwar noch ein paar Jahre vergehen. Aber die Zeit der internetfreien Gemeinden in Deutschland könnte in nicht allzu ferner Zukunft der Vergangenheit angehören.

Die ausführliche Presse-Information des DLR finden Sie auf der Website dlr.de.

Bildquelle: DLR/Bernd Müller