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Hitliste der Gründe für Datenverlust 2016 – Was unsere “Kunden” denken

Datenverlust

Seit April 2015, als Kroll Ontrack sein kostenloses und anonymes Selbst-Diagnosewerkzeug auf seinen weltweiten Internetauftritten eingeführt und gestartet hat, haben bislang fast 10.000 Nutzer aus aller Welt diesen Dienst genutzt. Mit diesem Service können Benutzer allein durch die Beantwortung von ein paar Fragen wertvolle Informationen darüber erhalten, was zu tun ist, wenn sie von einem Datenverlust betroffen sind. Wenn beispielsweise ein Benutzer unnatürliche Vibrationen bemerkt, ist dies im Allgemeinen ein Zeichen dafür, dass eine Beschädigung der physischen, sich drehenden Platte oder der umgebenden Teilen innerhalb der Festplatte vorliegt. In diesem Fall können durch weitere Versuche, die Platte zu lesen, die gespeicherten Daten weiter beschädigt werden. In so einem Fall zeigt das webbasierte Tool ein großes Warnzeichen, dass man sofort aufhören sollte das Gerät zu weiter zu verwenden und das Medium so schnell wie möglich an ein seriöses Datenrettungsunternehmen senden sollte. Wenn vom Benutzer andere Gründe angegeben werden, erhält er andere wertvolle Tipps zum weiteren Vorgehen. Insgesamt kann der Benutzer aus sechs verschiedenen Arten von Geräten – z.B. Laptop, Desktop, externes oder Flash-Laufwerk etc. – und dreizehn verschiedenen Arten von Symptomen bei vier verschiedenen Betriebssystemen auswählen.

Über die letzten sechs Quartale hinweg hat Kroll Ontrack Benutzern mit diesem Tool, indem es eine schnelle und kostenlose Einschätzung der Ursachen für die häufigsten Anzeichen von Festplatten- oder SSD-Hardwareausfällen, die  zu Datenverlust führen könnten, konkrete Hilfe angeboten. Zusätzlich dazu  hat das Tool auch geholfen, wertvolle statistische Informationen zu erheben. Nach jedem Quartal veröffentlicht Kroll Ontrack die Ergebnisse der erhobenen Daten und berichtet die Gründe, die die Anwender für ihren Datenverlust angegeben haben, in dem so genannten Data Loss Index (DLI).

Die häufigsten Symptome

Der Vergleich der Ergebnisse des letzten Jahres zeigt folgende häufigste Symptome des Jahres 2016:

  1. Nicht erkannte Geräte (Undetected devices)
  2. Heruntergefallene Geräte (Dropped devices)

Die Anzahl der nicht erkannten Medien stieg von 25 % im 1. Quartal auf 27% und 29% im 2. und 3. Quartal an, bis sie schließlich im 4. Quartal 36 % erreichte. Das ist ein Zuwachs von über 45 Prozent innerhalb eines Jahres. Der zweite Platz in der DLI-Rangliste – heruntergefallene Geräte – blieb dagegen relativ konstant: Obwohl die Anzahl von 10 %  in Q1 auf 9 % Q2 und 8 % in Q3 stetig sank, stieg diese Zahl im letzten Quartal wieder auf bis zu 13 %. Damit ergibt sich ein durchschnittlicher Wert von 10 % heruntergefallener Geräte pro Monat.

Aber was ist eigentlich mit dem Symptom „nicht erkanntes Gerät/undetected device“ wirklich gemeint? Basierend auf den Erfahrungen der weltweiten Reinraum- und Labor-Ingenieure von Kroll Ontrack ist das Problem der unentdeckten Medien sehr verbreitet. Dass ein Medium nicht mehr erkannt wird, kann auf viele Gründe zurückzuführen sein. Die häufigsten Gründe bei HDDs bzw. SSDs sind Defekte des Lese- / Schreibkopfes, der Controller oder eines elektronischen Bauteils und zuletzt ein beschädigter Service Bereich – der Bereich auf einer Festplatte, der alle notwendigen Informationen über die Festplatte enthält.

Welche sind die am meisten betroffenen Geräte?

In den letzten vier Quartalen waren die am meisten betroffenen Geräte externe Geräte oder Laptops zwischen 31 und 41%. Flash-Geräte hatten ihre Höhen und Tiefen mit circa 7% in Q1, 9% in Q2, 6% in Q3 und endeten mit einem Anteil von fast 12% im letzten Quartal. Server belegten den dritten Platz mit knapp 14% im ersten Quartal, 13% im zweiten Quartal, 15% im dritten Quartal und nahezu 10% im vierten Quartal 2016.

HDD-Festplatten oder SSDs?

Die Ergebnisse zeigen eine große Lücke zwischen HDDs und SSDs, die als das Hauptspeichermedium der Teilnehmer des Self-Assessment-Tools verwendet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass HDDs einen Prozentsatz von 76% in Q1 erreichten, danach bis zu 81% in Q3 kletterten und schließlich leicht bis auf 78% in Q4 sanken. Demgegenüber sanken SSDs jedoch nur leicht von fast 10% in Q1 bis auf 8% in Q4.

Allerdings zeigen diese Zahlen nur die Verteilung der Speichermedien durch die Anwender von Kroll Ontracks Selbst-Diagnosewerkzeug, die Schlussfolgerung, dass HDDs weit mehr Fehler als SSDs aufweisen, wäre selbst ein (Denk-)Fehler. Es ist eher wahrscheinlich, dass noch weit mehr HDDs im Einsatz sind, denn bis vor kurzem waren sie im Vergleich zu SSDs viel billiger und die Menge an Ausfällen ist durch die Masse offensichtlich noch viel höher. Aber was mit einiger Sicherheit gesagt werden kann, ist, dass, wenn SSDs Ausfälle haben, sich eine Datenrettung als eher schwierig erweisen wird.

Zum Beispiel können SSDs durch logische Schäden beeinträchtigt werden und sie überschreiben gelöschte Dateien lieber komplett, bevor sie beginnen, diese mit neuen Daten zu überschreiben. HDDs dagegen löschen scheinbar Daten, wenn in Wirklichkeit der Platz nur als „frei“ markiert und bei Bedarf mit neuen Daten überschrieben wird.

Feuer und Wasser – Überraschung, Überraschung …

Man könnte vermutet haben, dass nicht erkannte und heruntergefallene Geräte die zwei häufigsten Ergebnisse von 2016 sind, aber die wirkliche Überraschung bei der Analyse der Zahlen von 2016, war das Ergebnis zwei anderer Symptome, die als Ursachen für weltweiten Geräteausfall und Datenverlust benannt wurden: Feuer und Flüssigkeitsschäden. Im Jahr 2016 berichteten immerhin 99 Befragte über Datenverlust aufgrund von Feuer. Zwar erfuhr Kroll Ontrack nicht, wie diese Brände entstanden sind, nichtdestotrotz waren unsere Datenrettungsexperten immer noch von der hohen Anzahl dieser Fälle überrascht. Interessanterweise passierte die Mehrzahl dieser Ereignisse (76) in den ersten sechs Monaten des Jahres, wobei die Zahl im Laufe des Jahres zurückging (nur noch 7 Zwischenfälle zwischen Oktober und Dezember 2016).

Wasserschäden waren ebenfalls eine beliebte Ursache für Datenverlust – denkt man nur an das Szenario des Smartphone-Ertränkens in der Toilette oder Fallenlassens seines Laptops im Whirlpool oder ins Meer. Mehr als 300 Befragte erlitten aufgrund dieser Herausforderungen im Jahr 2016 einen Datenverlust, der fast doppelt so häufig war, wie die von einem Virus verursachten Datenverluste, auf die im Self-Assessment Tool nur 171 Einträge entfielen.

Self-Assessment-Tool hilft sowohl Benutzern als auch Datenrettungs-Experten

Mit dem Selbst-Diagnose Tool von Kroll Ontrack können Anwender schnell, einfach und ohne Kosten ermitteln, was sie als nächstes tun können, wenn sie Opfer eines fehlerhaften Geräts werden. Ebenso wichtig und genauso oft erlaubt es ihnen auch zu erfahren, was sie nicht tun sollten und schützt so das Gerät vor einem potenziellen Komplettausfall. Auf der anderen Seite gewinnen die Datenrettungsexperten von Kroll Ontrack, wertvolle Informationen darüber, welche Art von Datenverlust die Benutzer erleiden – und zwar jene, die  nicht (oder noch nicht) Kunden von Kroll Ontrack sind – und können mit diesem Einblick ihre Dienste noch besser an die reale Datenrettungsnachfrage draußen auf dem Markt anpassen.

Bildnachweis: Timur Saglambilek/https://www.pexels.com/photo/analytics-text-185576//  CC0 License